BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FRANK, Daniel

  • Geb. 1796 in Radenín bei Tábor, Südböhmen,
  • Gest. 9. Juni 1860 in Kolín, Zentralböhmen
  • Sohn eines Rb., in den nichttalmudischen Fächern Autodidakt. Zunächst Rb. in Nová Cerekev (Neuzerekwe), 1832 Religionsweiser in Votice (Wotitz), Zentralböhmen, nach Wahl zum Rb. in Kolín wird er wegen fehlender Nachweise seiner wissenschaftlichen Qualifikation am 7. Aug. 1839 nur provisorisch, am 16. Apr. 1840 schließlich definitiv bestätigt. Sein Amt als Ortsrb. der Gem. von (1843) 1.423 Seelen übt er unter dem Kreisrt. von Sal. Winter aus. Teilnehmer der böhm. Synode von 1850/51. Seine Verdienste um die Gemeindeschule machten ihn bekannt
  • auch der talmudische Lehrverein „Beth Hamidrasch-Anstalt“ beeindruckte Moses Montefiore bei seinem Besuch 1855 so sehr, dass er selbst eine Studienstiftung ausstattete. 1856 werden F. zusätzlich die Funktionen des Berauner Kreisrb. übertragen.

Dokumente

  • SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/52, über Anstellung in Kolín, mit nachdrücklichen Gesuchen der Gemeindevorsteher um Bestätigung. Seine Vorbildung entspreche zwar nicht den gesetzlichen Anforderungen, seine Anstellung sei aber für Religiosität und Moral nötig.

Epigraphik

  • Grabstätte auf dem alten jüd. Friedhof in Kolín; Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 295; Hamáčková, „Kolín“, S. 116, 119.

Bildmaterialien

  • Bildnis in Allgemeine Illustrirte Judenzeitung 1860, S. 73; Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 297.

Literatur

  • AZJ 1847, S. 347, leitet Schulprüfungen in Kostelec nad Černými lesy (Schwarzkosteletz)
  • Nachruf in Allgemeine Illustrirte Judenzeitung 1860, S. 77, als Geburtsjahr ist 1794 angegeben. Es sei ganz unbeschreiblich, „wie er hier die besten Anstalten, sei es Schule oder Gotteshaus, hervorrief, wie er allmälig die tüchtigsten Köpfe Böhmens in den Kreis seiner Bekanntschaft und seines Vertrauens zog, wieviel Gutes er unter Bekannten und Unbekannten stiftete“
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 291, 719
  • Wlaschek, Bohemia, S. 54.