Studiert in Wiesenbronn bei S. B. Bamberger und in Preßburg bei Moses Sofer, 22. Okt. 1844 imm. als Orientalist in Würzburg. Als Nachfolger seines Studienfreundes Anschel Stern 1851 Religionslehrer und Prediger in Bad Homburg
den Titel eines Rb. erhält er unter der Auflage, keine Rechte daraus abzuleiten. 1852 Heirat mit Rechel Bamberger (1831- 1893), der Tochter seines Mentors. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er mit den ungarischen Trennungsorthodoxen
da er an Radikalität selbst S. R. Hirsch übertraf, rief sein 1861 versuchter Griff nach den Kompetenzen eines Landesrb. scharfen Widerstand in der Gem. hervor. Die Regierung der Landgrafschaft gewährte ihm einen Gehaltszuschuß von 200 fl., der ihm auch nach der preußischen Annexion von 1866 aus Berlin weiterbezahlt wird, so daß F. der einzige staatlich besoldete Rb. Preußens war. Dez. 1875 Hausrb. von Baron Rothschild in Frankfurt/M. Großvater des Kulturphilosophen Erich Fromm (1900-1980).
Dokumente
HStAWiesbaden, Abt. 310 XIV c 2 Nr. 49 Ernennung F.s zum Rabbiner und Ausdehnung seines Zuständigkeitsbereichs auf die Gemeinde in Seulberg und Köppern, 1852, 1844-1867
Ebd., Nr. 44 seine Anzeige gegen Sal. Wormser wegen Gründung einer „Reformgemeinde“, 1853
Ebd., Nr. 53 seine Differenzen mit jüdischen Metzgern und Gastwirten wegen strenger Auslegung der Schächtgesetze, 1854-1865
Ebd., Nr. 43/5: „Das Gesuch des Rabbiners Fromm dahier um Bestellung eines Landrabbiners für das Landgrafthum und um Uebertragung dieser Stelle betreffend, 1861“
Ebd., Nr. 54 seine Differenzen mit der Gemeinde wegen Vergitterung der Frauengalerie in der Synagoge, 1865
Abt. 314, Nr. 1749 Gebühren für Eidesbelehrungen, 1855-1856
Ebd., Nr. 1184 Gehaltszulage, 1858-1859.
Publikationen
Mosaische Religionslehre, für die israelitischen Religionsschulen, 1860 (dazu AZJ 1860, S. 707f)
„Eine Confirmation“, Israelit 1860, S. 289f
Festrede zur hohen Geburts-Feier Sr. Hochfürstl. Durchlaucht des souverainen Landgrafen Ferdinand zu Hessen, 1863
Gedächtnissrede über das Ableben des Höchstseligen souverainen Landgrafen Ferdinand zu Hessen, 1866. - Gedächtnißrede für Rabbiner Samson Raphael Hirsch, Berlin 1889
Frage an Jak. Ettlinger; in dessen Binyan S. iyyon Nr. 115.
Epigraphik
Photographien der Grabsteine für ihn und seine Frau in Frankfurt, bei Esh, Mišpah. ath Bamberger, hebr., S. 48.
Bildmaterialien
Bildnissen von ihm und seiner Frau bei Esh, Mišpah. ath Bamberger, hebr., S. 48; Arnsberg, Neunhundert Jahre, S. 125.
Literatur
Der Odenwälder, 21. Sept. 1847, erwähnt ihn als Hauslehrer bei Seckel Wormser in Michelstadt und Redner bei dessen Beerdigung
AZJ 1859, S. 264, 401, Totenfeier für Landgräfin; Predigt zum Geburtstag des Landesfürsten
AZJ 1866, S. 758, Synagogeneinweihung
Lippe 1879/ 81, S. 122
Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 395; Bd. II, S. 252
Sophoni-Herz, Erinnerung an Bad Homburg, S. 153
Arnsberg, Frankfurter Juden III (1983), S. 127f
Heinz Grosche, Geschichte der Juden in Bad Homburg vor der Höhe 1866-1945, Frankfurt 1991, S. 49