BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FROMM, Seligmann, Dr.

  • Geb. 5. Jan. 1822 in Großlangheim, Unterfranken,
  • Gest. 12. Juni 1898 in Frankfurt/M
  • Studiert in Wiesenbronn bei S. B. Bamberger und in Preßburg bei Moses Sofer, 22. Okt. 1844 imm. als Orientalist in Würzburg. Als Nachfolger seines Studienfreundes Anschel Stern 1851 Religionslehrer und Prediger in Bad Homburg
  • den Titel eines Rb. erhält er unter der Auflage, keine Rechte daraus abzuleiten. 1852 Heirat mit Rechel Bamberger (1831- 1893), der Tochter seines Mentors. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er mit den ungarischen Trennungsorthodoxen
  • da er an Radikalität selbst S. R. Hirsch übertraf, rief sein 1861 versuchter Griff nach den Kompetenzen eines Landesrb. scharfen Widerstand in der Gem. hervor. Die Regierung der Landgrafschaft gewährte ihm einen Gehaltszuschuß von 200 fl., der ihm auch nach der preußischen Annexion von 1866 aus Berlin weiterbezahlt wird, so daß F. der einzige staatlich besoldete Rb. Preußens war. Dez. 1875 Hausrb. von Baron Rothschild in Frankfurt/M. Großvater des Kulturphilosophen Erich Fromm (1900-1980).

Dokumente

  • HStAWiesbaden, Abt. 310 XIV c 2 Nr. 49 Ernennung F.s zum Rabbiner und Ausdehnung seines Zuständigkeitsbereichs auf die Gemeinde in Seulberg und Köppern, 1852, 1844-1867
  • Ebd., Nr. 44 seine Anzeige gegen Sal. Wormser wegen Gründung einer „Reformgemeinde“, 1853
  • Ebd., Nr. 53 seine Differenzen mit jüdischen Metzgern und Gastwirten wegen strenger Auslegung der Schächtgesetze, 1854-1865
  • Ebd., Nr. 43/5: „Das Gesuch des Rabbiners Fromm dahier um Bestellung eines Landrabbiners für das Landgrafthum und um Uebertragung dieser Stelle betreffend, 1861“
  • Ebd., Nr. 54 seine Differenzen mit der Gemeinde wegen Vergitterung der Frauengalerie in der Synagoge, 1865
  • Abt. 314, Nr. 1749 Gebühren für Eidesbelehrungen, 1855-1856
  • Ebd., Nr. 1184 Gehaltszulage, 1858-1859.

Publikationen

  • Mosaische Religionslehre, für die israelitischen Religionsschulen, 1860 (dazu AZJ 1860, S. 707f)
  • „Eine Confirmation“, Israelit 1860, S. 289f
  • Festrede zur hohen Geburts-Feier Sr. Hochfürstl. Durchlaucht des souverainen Landgrafen Ferdinand zu Hessen, 1863
  • Gedächtnissrede über das Ableben des Höchstseligen souverainen Landgrafen Ferdinand zu Hessen, 1866. - Gedächtnißrede für Rabbiner Samson Raphael Hirsch, Berlin 1889
  • Frage an Jak. Ettlinger; in dessen Binyan S. iyyon Nr. 115.

Epigraphik

  • Photographien der Grabsteine für ihn und seine Frau in Frankfurt, bei Esh, Mišpah. ath Bamberger, hebr., S. 48.

Bildmaterialien

  • Bildnissen von ihm und seiner Frau bei Esh, Mišpah. ath Bamberger, hebr., S. 48; Arnsberg, Neunhundert Jahre, S. 125.

Literatur

  • Der Odenwälder, 21. Sept. 1847, erwähnt ihn als Hauslehrer bei Seckel Wormser in Michelstadt und Redner bei dessen Beerdigung
  • AZJ 1859, S. 264, 401, Totenfeier für Landgräfin; Predigt zum Geburtstag des Landesfürsten
  • AZJ 1866, S. 758, Synagogeneinweihung
  • Lippe 1879/ 81, S. 122
  • Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 395; Bd. II, S. 252
  • Sophoni-Herz, Erinnerung an Bad Homburg, S. 153
  • Arnsberg, Frankfurter Juden III (1983), S. 127f
  • Heinz Grosche, Geschichte der Juden in Bad Homburg vor der Höhe 1866-1945, Frankfurt 1991, S. 49
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 517, 524, 528.