Sohn des Beglaubten der Frankfurter jüd. Gemeinde Moses Aron F. und dessen zweiter Frau Sara Wetterhan, aus Frankfurter Gelehrtenfamilie, als Sechsjähriger von seinem Vater verwaist, Schüler seines Verwandten, des Privatgelehrten Wolf Fuld (1764-1823), der im Haus „Zum Holderbaum“ der Frankfurter Judengasse einen talmudischen Lernzirkel unterhält, sowie der Jeschiwot von Pinchas und Hirsch Horwitz, Leser Wallau, Mendel Bass, Salman Trier und Jakob Posen
schon mit 13 J. von Hirsch Horwitz mit dem Rabbinerdiplom ausgezeichnet, lehnt nach dem Vorbild Wolf Fulds die rabb. Laufbahn ab. 9. Aug. 1812 Heirat mit Jeanette Schuster aus begüterter Familie
er ist Kaufmann und Privatgelehrter, 1834 Lotteriehauptcollector im Hinterhaus „Zum goldenen Helm“. S. A. Trier als Oberrb., Bär Adler und er als ehrenamtliche Beisitzer versehen dreißig Jahre lang die Frankfurter Rabbinatsgeschäfte, er schreibt für Trier alle deutschen Texte. Aktiv im neuorthodoxen Sinn
versucht Akiba Eger erfolglos zur Ausarbeitung eines modernen Schulplanes zu bewegen und plant kurz vor seinem Tod mit Zach. Frankel die Einberufung einer konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846).
Dokumente
HStAWiesbaden, 365/247, fol. 525, Sterberegister Frankfurt/M. Nach ebd., 365/244 waren sein Vater 1792 und dessen erste Frau Serle Zunz 1782 gestorben.
Manuskripte
„Keiner von seinen Zeitgenossen hat mehr halachische Glossen und Schriften verfaßt als er“ (Horovitz, S. VIII). Den immensen schriftlichen Nachlaß - 694 Handschriftentitel erscheinen in einem zeitgenöss. Verzeichnis - vermachte F. der Frankfurter Stadtbibliothek. Heute noch erhalten sind Frankfurt hebr. oct. 44: Qunt. res Bene ’Aharon Bd. I Kommentare zu Talmud und Šulh. an ‘Aruch, Homilien und Gedichte von 1804-1820, darunter der anläßlich seiner Hochzeit gehaltene homiletische Vortrag, 197 Bl
Ebd., hebr. oct. 46 Megillath Setharim. Glossen zum Šulh. an ‘Aruch. Enthält auch Teile von Fulds Abschrift des talmudischen Fremdwörterlexikons des Menachem Lonzano (gest. 1608), Autograph, geschrieben 1821-1824
Ebd., hebr. fol. 3: Qunt. res Bene ’Aharon Bd. II, Kommentare zu Talmud und Šulh. an ‘Aruch, 1808-1820, 143 Bl
Ebd., hebr. fol. 4: Qunt. res Bene ’Aharon Bd. III, zu Raschi über die Propheten, zu den Turim YD und OH, Responsen, 121 Bl
Ebd., 8° 46/2: zu OH und YD, 1822-25, 80 Bl
Responsum in Los Angeles 828bx.10.3/3.
Publikationen
Hebr. Hymne auf Crémieux und Montefiore in der Damaskus-Affäre, in Zion Teweth 5601 [1841], S. 18
(Hrsg.) Rabbinische Gutachten über die Beschneidung, Fft/M. 1844
Anmerkungen zu H. D. J. Azulai, Šem ha-Gedolim, hrsg. Raphael Kirchheim, Fft./M. 1844-47, 300 S
Beth ’Aharon, diverse Auslegungen zum Talmud und zu den talmudischen Wörterbüchern sowie Responsen aus dem Nachlaß, hrsg. Markus Horovitz, Fft./M. 1890, 244 S
Marginalia zu verschiedenen Editionen rb. Werke
Fünf Approbationen, datiert Frankfurt 1840-46; Löwenstein, Index, S. 63.
Literatur
Nachruf in AZJ 1848, S. 81
Alexandre Weill, Ma jeunesse, S. 199-200, beschreibt die Jeschiwa von „Rabbi Aron Fould, jeune professeur amateur, bel homme, très-érudit, ayant épousé une riche héritière, et allant tous les jours à la Bourse“
Biographische Skizze von Rb. Markus Horovitz u. d. T. Toledoth ’Aharon in seiner Edition des Beth ’Aharon, S. I-VIII; zitiert ehrende Äußerungen von Moses Sofer, Akiba Eger, Mendel Kargau und Seckel Wormser (Fulda), halachische Korrespondenzen mit Koppel Bamberger (Worms), Abraham Wechsler (Schwabach), Gabriel Adler (Mühringen) und B. Z. Auerbach (Darmstadt), dort S. II: „Trier war ein Berg Sinai an Wissen, Adler war ein Bergeausreißer an Scharfsinn,und Fuld rieb die beiden gegeneinander mit seiner praktischen Halachakenntnis und klarem Verstand“
Horovitz, Frankfurter Rabbinen, S. 329-331
Zeitlin, Bibliotheca
JE V 526f, Lebensdaten 2. Dez. 1790 bis 2. Dez. 1847, beide übernommen von Wininger, ersteres von EJ dt
Dietz, S. 95-96
Wininger II 362f
EJ dt. VI 1204f
EJ eng. Bd. VII, Sp. 217
Arnsberg, Neunhundert Jahre, S. 74, 77
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 51, Nr. 1134; als Todesdatum ist hier der 24. Kislew 5621 (1860) angegeben
Arnsberg, Frankfurter Juden III (1983), S. 128f
Liberles, Orthodox Judaism in Frankfurt, S. 35f, 59, 69