1835-44 Lyzeum in Heidelberg, 31. Okt. 1844 imm. das.
„den Unterricht in den jüdisch-theologischen Wissenschaften ertheilte mir von meiner frühsten Jugend bis bis zu meiner völligen Ausbildung mein Vater“ (CAHJP Jerusalem, D/Ba28/22), März 1847 prom. „summa cum laude“ bei dem Philosophen Prof. Reichlin-Meldegg
Juni 1847 philosophische, März 1850 theologische Dienstprüfung beim Oberrat, letztere abgenommen in Karlsruhe durch die Rb. Geismar (Sinsheim) und Rosenfeld (Mannheimer Klaus). Weitere Hattarot erhält er von den Rb. Koppel Bamberger (Worms) und Lindmann (Mannheim). Seit 1848 gelegentliche Predigten in Heidelberg, erhält eine Stelle an der Mannheimer Klaus und als Lehrer an der höheren Bürgerschule. April 1854 schweizer Landesrb. mit Sitz in Endingen im Aargau, Feb. 1858 Bezirksrb. in Merchingen in Baden, Juni 1859 Distriktsrb. in Bayreuth als erster ausländischer Rb. in Bayern seit dem Gesetz von 1813
in Heidelberg traut ihn sein Vater am 23. April 1860 mit Ella Wertheimber (geb. 1838 in Bayreuth). Bewerber in Brünn (1860), 1873 Prediger und Religionslehrer in Mainz, Sept. 1880 Klausrb. in Mannheim. Gemäßigter Reformer
Teilnehmer der liberalen Rb.-Versammlung von Kassel (1868) und der Synode von Augsburg. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Leipziger Orientalisten und Herausgeber des Orient (1805- 1873).
Dissertation
vertretend phil. Preisschrift Spinozae de substantiae sententiae explicentur et dijudicentur / Spinozas Lehre von der Substanz (preisgekrönt am 22. Nov. 1847. Imprimatur vom 9. Feb. 1848).
Dokumente
StadtA Mannheim, Familienbogen Fürst
LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat 57, Bewerbung von 1852
StA Marburg, 100/3725, vom 16. Okt. 1853 über Bewerbung in Fulda
CJA Berlin, 75 B Ka 1, Nr. 73, fol. 12-15 Bewerbung in Karlsruhe vom 12. März 1855
StA Ludwigsburg E 212/121, vom 27. Mai 1857: Bewerbung in Freudental, Württ., mit Abschriften aller Studienzeugnisse
HStA Stuttgart, Best. E 201c, Büschel 40 Freudental, vom 14. Sept. 1857: Die württ. Oberkirchenbehörde zieht ihn in die engere Wahl; ihr mißfällt aber die „etwas unansehnliche Figur des Fürst, welche zu imponiren nicht eben geeignet ist“
CAHJP Jerusalem, D/Ba28/22 enthält Bewerbung in Bayreuth vom 10. Juni 1857, ebenfalls mit Zeugnisabschriften
CJA Berlin 75 A Ste 3, Nr. 66, fol. 24-27, mit Bewerbung in Stettin vom 28. Juli 1859
CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/37 vom 12. Feb. 1863, Bewerbung in Bamberg mit der Betonung, daß „ich in meiner ganzen Wirksamkeit das historisch-positive Judenthum als Ausgangspunkt und Ziel meiner Thätigkeit betrachtete, so daß die Gegenwart abhängig von der bisherigen Entwicklung und derselben treu und eng sich anschließend, die Kette nicht unterbreche, sondern an dieselbe anknüpfend, auch für die Zukunft befruchtend wirke.“ In Bayreuth habe er Schwierigkeiten, behauptet 1863 der Jurist Adolph Buchmann, „die allgemeine Stimme daselbst lautet über denselben gar nicht günstig“ (ebd.)
CJA Berlin, 75 A Er 1, Nr. 26, fol. 198-198v Bewerbung in Erfurt mit Lebenslauf, 18. Mai 1879.
Manuskripte
Artikel „Der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Nord-Amerika“, in CAHJP Jerusalem, D/Ba28/22.
Publikationen
Antrittspredigt, gehalten in der Synagoge zu Endingen, Baden 1854
Gott unser Licht. Predigt gehalten in der Synagoge am eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettage, Basel 1854
Plädoyers in Schweizer Blättern für die Aufnahme der Juden; Aufsatz in Der Schweizerbote nachgedruckt AZJ Jan. 1858; bei Gelegenheit der „Neuenburger Angelegenheit“ schrieb er den Aufsatz „Die neueste Erhebung des Schweizervolkes und die Verschiedenheit der Confessionen“ in Zukunft des Volkes (Basel)
Gegen die Beschuldigung, die israelitischen Gemeinden machten keinen angemessenen Gebrauch von ihren bürgerlichen Rechten, AZJ 1861, S. 64f
Zur Emanzipationsfrage in Bayern, AZJ 1861, S. 133f
Die Gottespforte, Predigt zur Einweihung der restaurierten Synagoge, Bayreuth 1862
Predigt, beim Trauergottesdienst für den verewigten König Maximilian II. von Bayern, Bayreuth 1864
Das peinliche Rechtsverfahren im jüdischen Alterthum. Ein Beitrag zur Entscheidung der Frage über Aufhebung der Todesstrafe, Heidelberg 1870
Gutachten ausländischer Rabbinen, S. 7-12, gegen die ungarische Trennungsorthodoxie: Im rb. Judentum gelte das Mehrheitsprinzip sogar für religiöse Entscheidungen
Des Menschen wahrer Ruhm. Predigt am 10. Ab, als Buss- und Bettag für den Krieg des deutschen Volkes gegen Frankreich, Bayreuth 1871
Siehe wie schön, wie lieblich, wenn Brüder wohl zusammen wohnen. Predigt, gehalten am Dank- und Friedens-Gottesdienste, 1871
Das Heiligthum im Herzen und im Hause. Rede am Grabe der verewigten Frau Marianne Wertheimber, geb. Isaac zu Regensburg, Bayreuth 1872
Das Heiligthum im Herzen und im Hause, Predigt, Bayreuth 1872
Unser Verhältniß zu Gott ein unauflösliches, auf sittlichen Grundlagen beruhend, Antrittspredigt, Mainz 1873
„Lessing’s Nathan der Weise“, Monatshefte für Dichtkunst und Kritik, hrsg. Blumenthal, 1875, Heft II
Ich (Gott) bin es, der euch tröstet, Predigt, Mainz 1878
„Der Schem ha- Meforasch, oder der ausdrücklich ausgesprochene Gottesname“, ZDMG 1879
Glossarium graeco- hebraeum oder der griechische Wörterschatz in den jüdischen Midraschwerken, Straßburg 1890
„Zur Erklärung schwieriger Stellen in Talmud und Midrasch“, MGWJ 37 (1893), S. 498- 506
„Zur Erklärung griechischer Lehnwörter in Talmud und Midrasch“, MGWJ 38 (1894), S. 305-311, 337-342
Artikel in Meyers Conversations-Lexicon und in der Revue des études juives.
Literatur
AZJ 1854, S. 182, 378, 532, Wahl und Amtsführung in Endingen
AZJ 1855, S. 516, Einweihung der Synagoge in Bern
AZJ 1856, S. 187, Probepredigt in Wien
AZJ 1858, S. 132; 1859, S. 6ff, Anstellung und Amtsfügrung in Merchingen
AZJ 1859, S. 273, 373; 1860, S. 325, Unterstützung von Philippsons Bibelanstalt
AZJ 1859, S. 531, erfolgreiches Gesuch um „Bewilligung zur Vorbereitung von Schulaspiranten in den Realien und Religionsgegenständen“
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 285-291
Lippe 1879/81, S. 126f
AZJ 29. Sept. 1899
ÖWS 1899, Nr. 40
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 766, 768, 772, 821
JE V 533
Unna, Lemle Moses, Bd. II, S. 52
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 160
Wininger II 369
PK Bavaria, S. 226
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 79, Nr. 1522
PK Baden-Württemberg, S. 396, 409
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 403, 428, 483, 500.