Aus Votice (Wotitz), Böhmen, Schutzjude in Kolodìje nad Lužnicí (Kalladey), besteht in Prag die Prüfung der 3. Hauptschulklasse sowie 1817 die für Rabbinatskandidaten vorgeschriebene Prüfung der Ethik und des Naturrechts. Um 1816 „Rabbi- Stellvertreter“ in Písečné (Piesling), Mähren, leitet dort ein Lehrhaus, das 1819 von einer Feuersbrunst zerstört wird. 1820 wiederum geschädigt durch einen Brand in Česká Lípa (Böhmisch-Leipa), Nordböhmen, wo er nach 1823 für einige Jahre das Rt. ausübt. Als substituierender Rakonitzer Kreisrb. erlangt er am 19. Mai 1826 einen Dispens von den akademischen Studien und wird am 4. Mai 1827 ernannt zum Prachiner Kreisrb. in Březnice, welche Stelle aber schon 1833 anderweitig besetzt wird. - Ein L. F. ist ferner ab 1843 als Rb. in Švihov (Schwihau) in Westböhmen bezeugt
ab 1860 wird der Name des dortigen Ortsrb. mit Simon F. angegeben. In einem Dokument aus dem Jahr 1866 wird der „alte Rebbe Fürth“ erwähnt.
Dokumente
ÖStA/AVA Wien, Alter Kultus, Isr. Kultus, Karton 4, seine Dispensgesuche von 1825- 1826
ÖStA/AVAWien, Studien-Hofkommission 14 A, Rabbiner, vom 30. April 1826, mit Brief Fürths vom 8. Jan. 1826
Nach SÚA Prag, ČG Camerale, oddìlení 1826-1835, svazek 13/9, vom 19. Aug. 1828 war der damalige Prachiner Kreisrb. ein Schüler der Prager Jeschiwa des Feitel Bondy
ÖStA/AVAWien, Alter Kultus, Israelitischer Kultus, Karton 4, vom 28. Nov. 1838: „Uebersicht der [...] in Böhmen angestellten Kreis-Rabiner“.
Manuskripte
Briefe an Samuel Landau; Stolyn-Karliner Yeshiva Jerusalem, ms. 312 und 456 (von 1812 und 1815)
ZIH Warschau, 20, Approbation für Da‘ath Yiœœaœchar von Issaschar Beer Elbogen, 1822.
Literatur
Abendland 1865, S. 152 erwähnt unter den rb. Berühmtheiten von Švihov „das Haus ’Fürth’„
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 462
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 55, 346
Roubík, „Revision“, S. 317; im Jahr 1820 war er neben S. Brod und S. L. Kauder der dritte böhmische Rb. mit philosophischem Zeugnis.