Geb. ca. 1790 in Kolodìje nad Lužnicí (Kalladey), Südböhmen,
Gest. nach 1868 vermutlich in Prag
Deutsche Schulbildung und Studium des Talmuds in Prag, ca. 1814 Heirat und Ordination von Sam. Landau. Am 2. Mai 1831 wurde er als Lokalrb. der Gemeinde in Údlice (Eidlitz), Nordböhmen, aufgenommen, nach der vorgeschriebenen Prüfung aus dem Naturrecht und der Ethik wird er am 22. März 1833 vom Gubernium bestätigt
seine dauernde Anstellung erreicht er aber erst nach einem Prozeß. Erfolglose Bewerbungen um das Budweis- Taborer (1836), das Rakonitzer (1836), das Leitmeritzer (1838) und das Bunzlauer Kreisrt. (1842). Am 23. Aug. 1842 fallen seine sämtlichen Besitztümer einem Brand zum Opfer. Nachdem er 1867 verwitwete, geht er am 30. April 1868 in den Ruhestand zu seiner Tochter nach Prag.
Dokumente
ÖStA/AVAWien, Alter Kultus, Israelitischer Kultus, Karton 4, vom 28. Nov. 1838: „Uebersicht der [...] in Böhmen angestellten Lokal-Rabiner“
Ebd., Karton 1, vom 22. Okt. 1835; und SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/4 von 1838, über seinen Prozeß mit der Gemeinde. Unter dem Vorwand, sein Vertrag sei auf drei Jahre befristet gewesen, kündigt ihm die Gemeinde am 1. Febr. 1834, was einen Prozeß nach sich zieht und am 6. Febr. 1835 für unrechtmäßig erklärt wird
Ebd., ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/8, vom 6. Juli 1842 beziffert die Anzahl der Juden in Údlice auf 495
ÖStA/AVA Wien, Alter Kultus, Isr. Kultus, Karton 4, vom 31. Okt. 1838, Beschwerde mit Wolf Baumer in Smichov gegen die Beschränkung der Trauungsbefugnis auf die Kreisrb.
Literatur
Abendland 1868, S. 78f
Roubík, „Jüdische Universität“, S. 317, nennt ihn seit Anfang Juni 1807 als Bachur in Prag.