Sohn des Schullehrers Jacob G. und der Sara Liebmann. Talmudstudium bei M. T. Sontheim in Hanau und bei Callmann Mengeburg in Darmstadt, ordiniert von Seckel Wormser in Michelstadt, 6. Mai 1831 imm. Marburg im Fach Mosaische Theologie, 7. Aug. 1834 Staatsexamen in Marburg bei Moses Gosen, 7. Jan. 1835 erneute Immatrikulation in Marburg als Philosophiestudent. 1836 Lehrer in Gelnhausen und zweiter Rb. an der Seite von Hirsch Kunreuther, in der Gemeinde wird wegen Gerüchten über Frauenaffären seine moralische Integrität in Zweifel gezogen. 1845 Kreisrb. in Rodenburg im Kreis Schaumburg, unter Dispens von der rb. Staatsprüfung 1851 Kreisrb. in Rotenburg/Fulda. Von Rb. M. Wetzlar am 19. April 1852 getraut mit der Kaufmannstochter Dorchen Wertheim (geb. 1831 in Rotenburg). Bewerbungen in Fulda, in Mecklenburg- Schwerin. Gehörte dem kurhessischen Landesrt. an. 1. April 1862 Provinzialrb. für Oberhessen in Marburg.
Dokumente
StA Marburg, 82c/937, Bewerbung seines Vaters um das Gelnhauser Rt., 1819
Ebd., 82c/ 938, seine eigene Bewerbung in Gelnhausen
LHA Koblenz, 386/469, vom 3. Juni 1845, Bewerbung in Meisenheim am Glan, als „Liebmann Gersdorf aus Gelnhausen“
HStAWiesbaden Abt. 365, Nr. 743, Trauungsregister Rotenburg
LHA Schwerin, Mecklenburg-Schwerinisches Landesrabbinat, Nr. 57, 12. Apr. 1852, Bewerbung in Schwerin
StA Marburg, 19h/597, Anstellung in Marburg. Ein übler Leumund „hinsichtlich seiner sittlichen Qualität“ haftet ihm noch 1861 an; in den 1830er Jahren, so heißt es, habe er gegen die Schwängerungsklage eines Mädchens in Bad Laasphe einen Reinigungseid schwören müssen. Sein Kollege I. Strauß urteilt am 7. Feb. 1862, Gersfeld habe einen zwar „gründlichen und gediegenen“, aber „heftigen und lärmenden“ Vortrag. Eine Gruppe Marburger Gemeindemitglieder erklärt am 10. Feb. 1862, daß sie G. trotz der gegen ihn laufenden „Intrigue“ zum Rb. wollen
HStAWiesbaden, 365/586, Sterberegister Marburg.
Literatur
AZJ 1862, S. 258 über Ruf nach Marburg
Ackermann, „Gelnhausen“, S. 31: B. Z. Auerbach behauptete gegen ihn, er habe sich als Student über gewisse jüdische Bräuche lustig gemacht und mit einer stadtbekannten Marburger Prostituierten Umgang getrieben.