BHR Biographisches Portal der Rabbiner

GERSFELD, Jakob-Joseph

  • Geb. in Gersfeld/Rhön,
  • Gest. 21./22. Aug. 1814 in Bamberg
  • Sohn des David G., ca. 1785 Rb. in Wüstensachsen (heute Ehrenberg-W.) als fürststiftlich-würzburgischer Unterrabbiner, 1794 Oberlandesrb. des unteren Meistertums des Deutschen Ordens mit Sitz in Bad Mergentheim, erhält am 26. Febr. 1796 die kurfürstliche „Instruktion“, Okt. 1799 oberhessischer Landesrb. in Friedberg, 21. Sept. 1802 Wahl zum letzten Landesrb. des Fürststifts Bamberg, das 1803 an Bayern kommt. Sein Gehalt belief sich auf 343 fl. (Eckstein, S. 49). Seine Witwe war Sila (1777-1856).

Dokumente

  • StA Ludwigsburg, B 287 Nr. 59 „Jüdische Richter, Rabiner und Vorgänger tauberseits, 1760-1805“. Unter dem 11. Dez. 1793 schreibt das Amt Gersfeld, daß der Rb. „sich dahier in allem so betragen habe, daß sowohl Juden als Christen ein sehr großes Vertrauen auf ihn gesetzet, auch er manche jüdische Zwistigkeiten auf die beste und gerechteste Art entschieden habe“. Er habe „sowohl gegen Juden als Christen seine menschenfreundliche Denkungsart bewiesen“, fügt das Amt Wüstensachsen am 13. Dez. hinzu, „daher denselben jedermann werthschätzet“. Dieselbe Akte enthält einen Brief J. Gersfelds über die Vereinigung der Judenschaften des oberen und unteren Meistertums (28. Juli 1797)
  • CAHJP Jerusalem, D/LJ1,2 vom 12. Okt. 1832 über die Witwenpension von 150 fl., die der „Frau Oberrabbiner Gerstfelder in Bamberg“, lt. Entschließung des Generalkommissariats vom 16. Okt. 1815 aus der Landjudenschaftskasse gezahlt werden mußte
  • CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/5, vom 15. Aug. 1826 Rabbinerwitwe Sella Gerstfelder beantragt Befreiung von der Fleischsteuer.

Epigraphik

  • Eckstein, Bamberg, S. 180f, mit der Grabschrift, die ihm zahlreiche Schüler zuschreibt.

Literatur

  • Löwenstein, „Mergentheim“, BJGL 3 (1902), S. 84
  • Eckstein, „Kultusgemeinde Bamberg“, S. 21-23 (Streit mit jungen Leuten über Kleiderordnung in der Synagoge, vgl. Sulamith II, 1808, 2, S. 189), S. 45 (erhält 18 fl. „Fastnachtsgeld“ zu Purim)
  • Sauer, Württemberg, S. 41
  • Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 200
  • PK Bavaria, S. 209
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 109.