Gest. 24. Juni 1821 in Mladá Boleslav (Jungbunzlau), Böhmen
Sohn des Glogauer Dajan Samuel b. Meir aus polnischer Rabbinerfamilie, mütterlicherseits Enkel des Krotoschiner Oberrb. Ezechiel Levi
zu seinen ferneren Vorfahren zählen Oberrb. von Inowrocław, Krakau, Lublin, Minsk, Posen und Zamoœæ. In Prag verheiratet mit Chaje-Sara Bondi, Tochter des Rb. Abraham B.
hält seit etwa 1780 talmudische Lehrvorträge. Nach Ez. Landaus Tod Bewerber um eine Oberjuristenstelle (1793). Um 1794/99 Königgrätzer Kreisrb. in Náchod, dann Chrudimer Kreisrb. vermutlich in Heřmanùv Mìstec (Hermanmestetz)
ca. 1805 Bunzlauer Kreisrb. in Mladá Boleslav, leitet auch dort eine Jeschiwa, zu deren Schülern Moses Porges zählt. Seine beiden Söhne Löb und Maier wurden Jeschiwaleiter in Prag.
Dokumente
SÚA Prag, ČG Publicum, oddìlení 1785-1795, svazek 43/351, vom 16. Aug. 1793, Ezechiel Schlesinger, Bewerber um ein Prager Rt., wird auf eine kommende Gelegenheit verwiesen
ÖStA/AVAWien, Studien-Hofkommission 14 A, Rabbiner, vom 15. Juli 1826; er habe mehr als 30 J. lang als königgrätzer, chrudimer, dann bunzlauer Kreisrb. „seine Kräfte zum Besten des Staates geopfert“.
Manuskripte
ŽM Prag, Ms. 341, Bl. 33r, Mitschriften aus seinem Unterricht.
Publikationen
Mar’äh Yeh. äzqe’l zu den Schächtgesetzen im Talmudtraktat H. ullin, auf sein Geheiß aus dem Nachlaß hrsg. von seinem Sohn Meir Glogau, Prag 1822, 68 Bl.
Literatur
Juda Schlesinger, ’Avel ’Avi, Trauerrede auf das Hinscheiden des seeligen hochgelehrten Herrn Ezechiel Schlesinger, Kreisrabbiner zu Bunzlau, gehalten den 22. Juli 1821, Prag 1821, 40 S. [Expl. JNUL 23-V-6680]
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1269
Grünwald, „Jungbunzlauer Rabbiner“, S. 18-20 (mit Stammbaum der Familie)
JGGJČSR 3 (1931), S. 27
Als „Ezechiel Schlesinger“ in der Liste bei F. Roubík, „Revision“, JGGJČSR 5 (1933), S. 417
Gold, Böhmen (1934), S. 217
Jakobovits, „Nachod“, S. 290
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), teilt ihn in zwei Personen, S. 138, Nr. 1414, und S. 139, Nr. 1423
Wlaschek, Bohemia, S. 187
HÖAAJH, Bd. III, Nr. 9247 „Schlesinger, Jecheskiel“