Sohn des Rb. Ezechiel G. in Mladá Boleslav und der Chaje-Sara Bondi, 13. Juli 1815 Heirat mit Libuscha Pick, Tochter des Samuel Löw P. aus Prag
gemeinsam mit Neh. Trebitsch und seinem Bruder Maier einer der drei Prager Jeschiwaleiter und als solcher nach einer Schulvisitation durch Gubernialdekret vom 2. Mai 1823 auch behördlich anerkannt
als „Officieller Lehrer der israelitischen Theologie zu Prag“ lehrte er 6-8 Stunden wöchentlich die talmudische und sonstige rb. Literatur an seiner „Privilegirten öffentlichen Rabbinatsschule“. Mit Dekret vom 23. Sept. 1826 wird er zum Berauner Kreisrb. erhoben
sein Amt verwaltet er von seinem Prager Domizil aus. Als Rb. an der Meiselsynagoge bemüht er sich 1832 erfolglos um eine Kumulation seiner Stelle mit einem Sitz im Bet-Din der Prager Judenstadt. Nachdem er durchweg von Emolumenten und Spenden leben mußte, wurde ihm erst mit Dekret vom 12. Sept. 1851 ein Fixgehalt von 250 fl. zugewiesen.
Dokumente
LBI New York, Collection „Weiss, Israel“, ME 678, S. 103, 131-132 über G.s Jeschiwa
LHA Koblenz, 393/297, Bl. 73 mit einem von ihm ausgestellten Zeugnis vom 30. April 1830
SÚA Prag, HBF 177, fol. 131 mit seinem Eintrag im Prager Familiantenregister
Ebd., ČG Camerale 1826-1835, svazek 13/9, mit Bewerbung um die Prager Juristenstelle (3. Mai 1832), Votum Samuel Landaus zu seinen Gunsten (16. Juni 1832) und einem weniger günstigen Gutachten Hartmanns über ihn, er könne nicht einmal „rein deutsch reden“ (16. Aug. 1832)
Ebd., ČG Vš. 1841-1855, svazek 18/3/34 mit Bewerbung vom 17. Juni 1842 um die zusätzliche Verwaltung der Bunzlauer Kreisrabbinerstelle
Ebd., 18/3/3 über Gehaltsfestlegung 1851/52
ŽM Prag, Nr. 96.438, mit Gehaltsumlage aus Dobříš (1854)
SÚA Prag, HBMa 2764, Sterberegister, danach lebte er in Haus 77/V der Judenstadt.
Manuskripte
Schülermitschriften aus seiner und Nehemias Trebitschs Jeschiwa; ŽM Prag, ms. 187 aus den Jahren 1823-1829
Ebd., ms. 212 dgl., 30 Bl
Ebd., Ms. 177 dgl. 45 Bl
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/4, vom 23. Mai 1841, „Entwurf zur Instruction der gesetzlichen Verpflichtungen der Kreisrabbiner und ihrer Amtsverrichtungen“; unter dem 9. Okt. 1844, „Instruction über die Pflichten und die Wirksamkeit des Lokalrabbiners und Religionslehrers“. Schüler. Nach Lieben, „Erster Wolschaner Friedhof“, S. 27: „Direktor der in Prag noch allein gebliebenen Talmud-Hochschule, aus welcher die Hörer: Rabiner H. Aub in München, Abr. Kohn in Lemberg, Med. Dr. Joachim Ploo in Prag, Kreisrabiner David Pick in Teplitz, Prof. Dr. Wolfgang Wessely in Prag, H. Hamburger, Rabiner in Emden, Gutmann Klemperer, Kreisrabiner in Tabor, David Deutsch, Rabiner zu Balassa-Jarmuth in Ungarn, Daniel Ehrman, Religionsprofessor in Brünn, Moses Bloch, Professor in Budapest, David Kohn, Rabiner zu Kassejowitz, Privatgelehrter Simon Hock in Prag und noch viele Andern hervorgegangen sind.“
Publikationen
’Eväl ’Avi, Trauerrede auf das Hinscheiden des seeligen hochgelehrten Herrn Ezechiel Schlesinger, Kreisrabbiner zu Bunzlau, gehalten den 22. Juli 1821, Prag 1821, 40 S
Eine Approbation, datiert Prag 1828; Löwenstein, Index, S. 66.
Epigraphik
Lieben, „Erster Wolschaner Friedhof“, S. 27.
Literatur
Grünwald, „Jungbunzlauer Rabbiner“, S. 19
Klemperer, „Reminiszenzen“, S. 34, über die beiden Brüder Maier und Löw Glogau: Sie waren „obgleich Sprösslinge eines und desselben Elternpaares sowohl in ihrem Charakter, wie in ihren Fähigkeiten, überhaupt in ihrem ganzen geistigen Wesen diametrale Gegensätze. Ersterer hatte wohl durch Fleiss und Ausdauer einen grossen Schatz talmudischen Wissens sich erworben, ohne aber durch geistige Kapazität sich auszuzeichnen. R. Löw hingegen hatte als großer Charif - mit vielem Scharfsinn begabter Gelehrter - viele Lorbeeren gepflückt. R. Maier galt durch seinen strengen Lebenswandel als Chassid; R. Löw [...] hatte nebst dem Talmud auch in anderen Wissensfächern sich umgesehen, konnte in der deutschen Sprache in Wort und Schrift sich korrekt ausdrücken“
Gold, Böhmen (1934), S. 217
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 165, Nr. 1726
Wlaschek, Bohemia, S. 187, gibt 1856 als Geburtsdatum [!] an
HÖAAJH, Bd. III, Nr. 9248
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 122, 328-330, 580-582, 593.