BHR Biographisches Portal der Rabbiner

ASCHE, Gerson

  • Geb. ca. 1791 in Sêpólno Krajeñskie (Zempelburg), Netzedistrikt,
  • Gest. 24. Sept. 1866 in Berlin
  • Sohn des „Landesrabbiners“ Tobias A. und nach 1823 Verwalter des von diesem niedergelegten Rts. in Tuchola (Tuchel
  • sic lt. EJ dt. III 433)
  • Heirat mit Rebekka geb. Zippert (geb. 1796), deren Nachnamen er sich selbst bisweilen zulegte. 1825 Rb. in Prenzlau, Brandenburg, ist dort maßgeblich an Aufbau und Leitung der jüd. Schule beschäftigt und nimmt Einsegnungen der Jugend vor. Bewerbungen in Königsberg (1823), Krefeld (1844) und Hamburg (1851). 1845 Niederlegung des Amtes und Übersiedlung nach Berlin mit seiner Tochter Malchen, die am 16. Nov. den Fondshändler Samuel Joseph ehelicht.

Dokumente

  • CAHJP Jerusalem, „Königsberg“ Kn/I E-I-1 Nr. 2, nennt 1823 „Gerson b. Tobia Zippert Asch, Landesrabbiner zu Tuchel in Westpreußen“ als Kandidaten für das Rt. in Königsberg
  • CJA Berlin 75 A Pr 1 Nr. 5 enthält A.s Probepredigt vom 5. Dez. 1824, seinen Anstellungsvertrag vom 4. Jan. 1825 und seine Kündigung vom 27. Nov. 1845
  • JM Frankfurt/M. PSR B 205b, Verzeichnis der Mitglieder der isr. Gem. Prenzlau 1842; die Rabbinerwohnung im Synagogenhaus bewohnen der Rabbiner, 51, seine Frau, 46, vier Kinder und die Köchin Jette
  • CAHJP Jerusalem, KGe 2, Nr. 71: Er war „außerordentliches Mitglied“ im Berliner „Studienbeförderungsverein H. ävrath Bah. urim“; 1850 besuchte ein einziger Schüler die Talmudklasse von Rb. „Asché“.

Manuskripte

  • Ein Werk „Meinen Kindern und Schülern“ (Livenai ulešome'ai) ist ungedruckt geblieben.

Publikationen

  • Niqrath ha-S. ur [Ex 33,22] Glossen zum Werk ’Et. Barzäl seines Vaters, mit Trauerreden über diesen, biographischen Bemerkungen über ihn und die Familie sowie Elegien und Poesien, Berlin 1832
  • Gesänge zu der am 21. Septbr. 5592 statt habenden Einweihung der neuen Synagoge zu Prenzlau. Verfaßt von dem dortigen Oberrabbiner Hrn. G. Z. Asche und übersetzt von Salomon Plessner, Religionslehrer, Berlin o. J. [1832].

Epigraphik

  • Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Schönhauser Allee, Ehrenreihe, 10. Grab von rechts (Mitteilung von Ulrich Quandt).

Literatur

  • Josef Samuel Landau, Kur ha-Beh. inah, Breslau 1837, S. 22b
  • AZJ 1841, Nr. 24 Beil. nennt ihn unter den Spendern für die Montefiore-Ehrung
  • LdO 1842, S. 598
  • The New York Times vom 27. Nov. 1858 über einen polizeilichen Übergriff auf einen deutschstämmigen Rb. Asche, vielleicht Familienangehöriger
  • Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, S. 748
  • Heppner und Herzberg, S. 572
  • EJ dt. III 433f
  • Jacobson, Judenbürgerbücher, S. 296, Nr. 1487
  • Halperin, ’At. las ’Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 163f, Nr. 1711
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 138, 157
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 590.