Geb. ca. 1768 in Człuchów (Schlochau) in der späteren Prov. Westpreußen,
Gest. 1. Dez. 1827 in Krotoszyn (Krotoschin), Prov. Posen
Sohn des Ezechiel A., lernte in Sêpólno Krajeñskie (Zempelburg), seit ca. 1780 in Leszno (Lissa) bei Dajan Secharja-Mendel Horochow, dann im Danziger Vorort Stare Szkoty (Altschottland) bei Elchanan Aschkenasi, in Preßburg bei Meyer Barby und in Prag bei Ez. Landau. Verheiratet mit 18 Jahren [ca. 1786] in Sêpólno Krajeñskie, leitet dort eine Jeschiwa
seit 1816 übte er auch das Rt. aus. Berufungen nach Leszno (Lissa) und Inowrocław (Inowrazlaw) soll er ausgeschlagen haben. Nach dem Tod seiner Frau siedelte er ca. 1823 als Privatmann nach Krotoszyn über, um dem Wunsch der Verstorbenen gemäß dort ihre Verwandte Reizchen (geb. 1762) zu ehelichen. Vater des Prenzlauer Rb. Gerson Zippert Asche.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, AHW 543b, Rabbinerwahl 1849-51, Fasc. 2, S. 48: Joseph Heymann Caro zog 1811 „auf die damals blühende Jeschiba des Rabbi Tobias Ascher s.A. Ob. Rabb. zu Zempelburg in W.-Preußen (Vater des ex-Rabbiners zu Prenzlau)“
CAHJP Jerusalem, „Königsberg“ Kn/I E-I-1 Nr. 2, vom 4. April 1815 Kandidat für das Rt. in Königsberg; 1823 aus Krotoszyn erneute Kandidatur
AP Poznañ, Ksiêgi metrykalne gmin ¿ydowskych, Krotoszyn Nr. 3, vom 29. Nov. 1827, Tod von „Tobias Casper Asche Rabbinner 57 Jahr alt“. Hinterbliebene: seine Frau Reizchen Ascher, 65; seine Tochter Saar Marcus Kruger, 30; sein Sohn Gerson Tobias, 36; eine Tochter in Fordon, 28. Die Hinterlassenschaft umfaßte „weiter nichts als Talmud-Bücher, deren Werth ist nicht anzugeben“.
Manuskripte
Eine hss. rb. Disputation erwähnt Lewin, Lissa, S. 225, aus dem Besitz des Posener Rb. Philipp Bloch.
Publikationen
‘Et. Barzäl [Hiob 19,24] zu HM, hrsg. mit Biographie und Gedenkrede von G. Z. Asche, Berlin 1832. Die hebr. Namensschreibung ist ’Ašäh oder ’Ašä‘
Halachische Korrespondenz mit Akiba Eger in dessen Responsen, I Nr. 26, 166; II Nr. 101, 108
Zwei Approbationen, datiert Sêpólno Krajeñskie 1818 und Krotoszyn 1825; Löwenstein, Index, S. 199.
Literatur
Neuer Nekrolog der Deutschen, 1827
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 748
Fürst, III 276
Landshuth, ’Anše Šem, S. 117
Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 52
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 377
Lewin, „Inowrazlaw“, Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen 15 (1900), S. 94
Lewin, Lissa, S. 225, Todesdatum hier „12. Kislew 1927“
JE II 169
JJLG II 63
MGWJ 1907, S. 379
Heppner und Herzberg, S. 572
EJ dt. III 434
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 153, Nr. 1581