Sohn des Moses b. Eleazar G. und der Rebekka Sekeles, Gymnasium in Modra (Modern), Slowakei, 1835-36 eineinhalbjährige Tätigkeit als Lehrer in Buda (Alt-Ofen), 1837-1838 philosophisches Biennium mit Studien des Natur- und Völkerrechts am Lyzeum in Preßburg, Diplom als deutscher Hauptschullehrer, 1. Juni 1839 bestätigt als Rb. in Libochovice (Libochowitz), Nordböhmen, mit 150 fl. Gehalt. Anhänger der konservativen „Theologen-Versammlung“ Z. Frankels (Orient 1846, Nr. 38). 26. April 1846 Heirat mit Karoline Kuh
1848 in die USA ausgewandert. 1848-1856 in Baltimore Rb. der orthodoxen Fell’s Point Hebrew Friendship Congregation („Pint“, späterer Name „Eden Street Shul“), Juni 1863 Kontrakt als Rb. der Gemeinde „Berith Kodesh“ in Rochester mit 1.500 $ Gehalt. Betätigt sich als Reformer: Chorgesang, Abschaffung des Kol Nidre etc. Der Vertrag in Rochester wird nach Ablauf im Sommer 1868 nicht verlängert. G.s Sohn war der New Yorker Papierfabrikant Richard Aaron Guinzburg (1862- 1935).
Dokumente
SÚA Prag, HBF 165, fol. 121, Eintrag im Prager Familiantenregister
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/49, über Anstellung in Libochovice
Ebd., ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/34, vom 15. Dez. 1842 Bewerbung um das Kreisrt. in Mladá Boleslav (Jungbunzlau), beruft sich auf „Prüfungen mit Vorzugsklassen u. zw. aus der Philolalie nehmlich, sowohl Ställeologie [!] als Aesthetik, aus der allgemeinen Erziehungskunde, der italienischen Sprache, der Geschichte, der Philosophie und der kaufmännischen Buchhaltungswissenschaft dann aus dem Talmud“. Dabei vom 30. Dez. 1842 Beschwerde über Kampagne seines Konkurrenten Is. Elbogen gegen ihn. Eine ähnliche Kampagne belegt die „Oeffentliche Ehrenrettung und Aufforderung“ des Gemeindevorstandes in Libochovice, LdO 1844, S. 477-479. Bei G.s Bewerbung in Hohenems hatten anonyme Briefeschreiber „einen so achtbaren Mann, der nur geliebt und geehrt zu werden verdient, aufs Empörendste verläumdet“.
Publikationen
Dogmatisch-historische Beleuchtung des alten Judenthums, Prag 1846, viii + 84 S
„Trauerrede über das Hinscheiden des Salomon Löb Rappoport“, Hebrew Leader 11 (1867), Nr. 11, S. 3
„Pessach-Predigt“, Hebrew Leader 12 (1868), Nr. 2, S. 3.
Literatur
Wirken als einer von drei Rb. in Baltimore; AZJ 1850, S. 31f
Abendland 1866, S. 103
JE X 438
Wise, Reminiscences, S. 181, nennt ihn „my friend and countryman, Dr. [sic] Guenzberg“
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 375