BHR Biographisches Portal der Rabbiner

GUNZENHAUSEN, Isak Hirsch, gen. Hirsch FÜRTH

  • Geb. in Fürth,
  • Gest. Sept. 1881 in Binswangen, Bayer.-Schwaben
  • Sohn des Moses G. Einer der Lieblingsschüler Wolf Hamburgers an der Fürther Jeschiwa
  • bei der Stadtschulinspektion in Fürth legt er außerdem eine Prüfung über seine allgemeine Bildung ab. Am 7. Mai 1821 gewählt zum Rb. der 65 Familien zählenden Gem. in Binswangen
  • er will sich mit 200 fl. Gehalt begnügen und überdies die Hinterbliebenen des Vorgängers durch Ehe mit der Waise Esther Fränkel versorgen. Nachdem er die Staatsprüfung in Augsburg am 5. Dez. 1821 nicht in allen Fächern besteht, nimmt er ein Jahr lang Privatunterricht bei Prof. Dr. Röckl in Dillingen, erhält bei der Wiederholung der Prüfung am 28.-30. Nov. 1822 die Note „nothdürftig befähigt mit Annäherung an fast hinlänglich“. Es wird daher nur eine provisor. Anstellung bewilligt
  • erst nachdem er sich am 8.-11. März 1824 einer dritten Prüfung unterzieht, wird ihm am 23. Juli 1824 die definitive Bestätigung und die Heiratserlaubnis ausgesprochen. Bewerbungen in Fürth (1830) und Hanau (1832). Streng orthodox, bildete einzelne Talmudschüler aus, unterzeichnet 1844 gegen die Rb.-Versammlung.

Dokumente

  • StA Augsburg, Reg. 11.869, Personalakte; die Gemeinde versucht, seine Anstellung zu beschleunigen, da er „wegen auserordentlich starkem Zutrauen und entsprechenden Functionen“ sehr würdig sei (4. Apr. 1822)
  • Ebd., Reg. 11.870 Unterrichtszertifikat von Prof. Röckl, Dillingen, 3. Mai 1822
  • StA Augsburg, Isr. Standesregister Schwaben, Nr. 45, Geburtseinträge von einer Tochter (1825) und sechs Söhnen (1826-34)
  • LBI New York, siehe Grubel (Hrsg.), Catalog, S. 121: anonyme Biographie Der Rabbi aus Schwaben. Eine wahre Geschichte aus dem Leben, Ms. von 23 S., undatiert, teilweise hrsg. von Richarz, Jüdisches Leben, S. 360-366, wo G. als eines der spätesten Beispiele eines traditionellen Landrabbiners geführt wird; er sei bei Juden und Christen populär gewesen.

Publikationen

  • Anfrage in Hamburger, Œimlath Binyamin II Nr. 12 (32v)
  • Eine Approbation für das Werk von Rb. M. Seligsberg, 1841; Löwenstein, Index, S. 66.

Literatur

  • WZJT 3, 1837, S. 126, über seine Teilnahme an der Kreissynode von 1836
  • IA 1839, S. 278, er lege von allen acht Rabbinern des Kreises als einziger eine gewisse Aktivität an den Tag
  • Lippe 1879/81, S. 159
  • PK Bavaria, S. 610, mit Abbildung der bronzenen Schlange an der 1837 erbauten Synagoge. G.s Amtsbeginn wird fälschlich auf 1806 datiert
  • Lowenstein, „The 1840s“, S. 280.