Geb. 21. März 1830 in Binswangen, Bayer. Schwaben,
Gest. 1893 in Bad Mergentheim, Württ
Sohn des Rb. Isak Hirsch G. und der Rabbinerstochter Esther Fränkel, Talmudunterricht in Aschaffenburg bei Abr. Adler und in Würzburg bei S. B. Bamberger, Besuch des Gymnasiums in Dillingen, 1850 Abitur das., 1850/51 und 1851/52 stud. Würzburg, SS 1852 und 1852/53 stud. München, 22. Nov. 1853 ordiniert von dem dortigen Rb. Hirsch Aub, sodann zurück nach Binswangen und weitere Studien beim Vater, 11. Dez. 1854 separate Staatsprüfung in Augsburg mit Note 3, d. h. „sehr gut“
ordiniert von dem Münchner Rb. Hirsch Aub. 1855 Distriktsrb. in Reckendorf, Oberfranken, bald nach der Heirat verwitwet, 1859 Rabbinatsverweser in Buttenhausen, Württ., 23. Juli 1860 definitiv als Bezirksrb. angestellt, 1867 Bezirksrb. in Bad Mergentheim.
Dokumente
StA Augsburg, Isr. Personenstandsregister, Nr. 45, Geburtseintrag
StA Augsburg, Regierung 11.827 enthält Prüfungsgesuch vom 30. Okt. 1854 und Prüfungsprotokoll, mit biogr. Angaben
CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/37 vom 10. Feb. 1863, Bewerbung in Bamberg; Kirchenrat J. Maier bestätigt ihm, daß er „als ein Mann von vielseitiger Bildung bekannt ist, der mit gediegener theologischen Kenntnissen eine schöne Rednergabe verbindet und dem zeitgemäßen Fortschritte huldigt“
HStA Stuttgart Best. E 201c Büschel 40 Buttenhausen vom 24. Juni 1859 und Büschel 41 Bad Mergentheim vom 9. Aug. 1867 Vorstellungen durch die Oberkirchenbehörde mit biogr. Angaben; in ersterer wird zu bedenken gegeben, „daß er nach der Angabe benachbarter Rabbinen, welche übrigens der strengsten orthodoxen Richtung angehören, sich zur Neologie hinneige“; am 16. Juli 1860 urteilt die Behörde, „daß er sich unschwer in den hierländischen Einrichtungen und Verhältnissen zurechtzufinden gewußt hat, sich mit ziemlicher Gewandtheit und Sicherheit in seinem Amte bewegt und seine Aufgabe als Religionslehrer und Seelsorger mit Ernst auffaßt“.
Publikationen
Divre Torah. Betrachtungen über die Bibel und unserer Weisen Aussprüche in Predigten, Stuttgart 1863; Neuausg. u. d. T. “Kurz und gut“! Zwanzig Predigten für Feste, Sabbathe und Gelegenheiten zum Gebrauche der Prediger, Vorbeter und Lehrer in kleineren Gemeinden, Breslau 1870, 152 S.
Literatur
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 270
Lippe 1879/81, S. 159f
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 821
Tänzer, Württemberg, S. 72
Sauer, Württemberg, S. 42, 56
PK Baden- Württemberg, S. 60 (danach ohne akademische Ausbildung)
Guth (Hrsg.), Jüdische Landgemeinden in Oberfranken, S. 283.