Sohn des Kaufmanns Moses H. und der Sara, besucht in Mainz das Gymnasium, wird zugleich fünf Jahre lang vom dortigen Rabbinatsverweser Leo Ellinger im rb. Fach unterrichtet, Ordination von diesem und von S. A. Trier in Frankfurt, 5. Mai 1834 imm. Marburg, 26. Apr. 1836 bis SS 1838 Studium in Bonn, Aug./Sept. 1838 kurhessische Dienstprüfung, Dez. 1842 Kreisrb. in Hofgeismar, Kurhessen, und Heirat mit Rebekka Messner (1821-1882), Sohn des Simon M. aus Kassel, Okt. 1857 Bezirksrb. in Freudental.
StA Marburg, 100/ 3725, vom 16. Okt. 1853 über Bewerbung in Fulda
StA Ludwigsburg E 212/121 von 1857 Bewerbung in Freudental mit Abschriften der Zeugnisse, u. a. von Trier (19. Adar 5593, d. i. 10. März 1833), Ellinger (7. März 1834) und der Marburger Prüfungskommission (13. Sept. 1838); Korrespondenz vor Anstellung
HStA Stuttgart, Best. E 201c, Büschel 40 Freudental vom 14. Sept. 1857 mit biographischer Darstellung seitens der Oberkirchenbehörde. Der Kasseler Rb. Lazarus Adler stufe ihn als „gemäßigt orthodox“ ein
Ebd., E 201c/45, vom 13. Apr. 1885: Für eine Kur in Wiesbaden wird ihm über sein Gehalt von 1.700 M. ein Zuschuß gewährt.
Publikationen
Worte des Andenkens am Grabe des seligen L. Roth, Gemeinderat in Freudenthal, Fft./M. 1881.
Epigraphik
Doppelgrab in Freudental; die Inschrift ehrt ihn als ha-ga’on ha-gadol und rühmt seine Friedensliebe; Bez u. a., Freudental, S. 218f, 241.
Literatur
AZJ 1857, S. 641f
Lippe 1879/81, S. 162
Tänzer, Württemberg, S. 73
Sauer, Württemberg, S. 81
Richarz, Der Eintritt der Juden in die akademischen Berufe, S. 126
Schorsch, „Rabbinate“, S. 246
Alfred Heilbrunn und Michael Dorhs, „Aus der Geschichte der Synagogengemeinden des Altkreises Hofgeismar“, in: dies. (Hrsg.), Fremde im eigenen Land. Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte der Juden in den alten Kreisen Hofgeismar, Kassel, Wolfhagen und in der Stadt Kassel, Hofgeismar 1985, S. 60