BHR Biographisches Portal der Rabbiner

AUB, Hirsch

  • Geb. 10. Jan. 1796 in Baiersdorf b. Erlangen,
  • Gest. 2. Juni 1875 in Nürnberg
  • Cousin von Joseph Aub, Schüler von Wolf Hamburger an der Fürther Jeschiwa, besuchte auch die Jeschiwa des Löb Glogau in Prag, Morenu von drei Rb., darunter denen von Prag und Fürth, 12. Dez. 1822 Staatsprüfung in Bayreuth mit Note 2, 1824 Bewerber in Bamberg
  • unter 14 Kandidaten nach hebr. u. dt. Probevorträgen im Dez. 1825 zum Rb. in München gewählt mit der Auflage, seine Universitätsstudien nachzuholen, 1826/27 Univ. München, Oktober 1827 neue Rabbinatsprüfung in Ansbach, erst 6. Mai 1828 Bestätigung und definitive Anstellung. Begründet 1832 den Synagogenchor, 1839 den Waisenverein (IA 1840, S. 7-8), den Unterstützungsverein für jüdische Lehrlinge (IA 1841, S. 175) und ca. 1845 den Aussteuerverein. Er hatte einen wesentlichen Anteil an den erfolgreichen politischen Protest gegen das „Matrikelgesetz“. Im Alter steht ihm seit 1862 ein Prediger zur Seite (AZJ 1862, S. 271). 19. Dez. 1865 wurde er zu seinem 70ten Geburtstag von König Ludwig II. mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens vom hl. Michael dekoriert. Seit 1868 vertritt ihn der Lehrer Abraham Wolfsheimer in der Lehrtätigkeit. 25. Mai 1871 in den Ruhestand. Großvater des Münchner Dialektdichters und Literaturwissenschaftlers Ludwig Aub (1862-1926)
  • der spanische Theaterschriftsteller Max Aub (1903-1972) stammte über seinen Vater Friedrich aus derselben Münchner Familie.

Dokumente

  • Korrespondenz um Rabbinerprüfung 1827 bei Döllinger, Bd. VI, S. 171-173
  • StA Bamberg K3 C3 Nr. 54, Bl. 31-32, Zeugnisse
  • CAHJP Jerusalem, Inv. 5681. Entwurf eines Stammbaums seiner Nachkommen.

Manuskripte

  • Zentralkartei der Autographen: BayStB München Kittler III, 148 Brief an König Otto I. von Griechenland, 15. Dez. 1841
  • CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/3, Brief an Rb. S. W. Rosenfeld in Bamberg über den sabbatlichen Schulbesuch an der Münchner Gewerbeschule (24. Feb. 1859).

Publikationen

  • Rede bey der Einweihungs-Feyer der Synagoge in München, 1826 [*Bla-Aub, Wandschrank]
  • Dem Andenken des seligen Herrn Israel Hirsch Pappenheim (Vorsteher der jüd. Gem. München) 1837
  • Erklärungen gegen die Ritualmordlegende im Landboten, April 1840, Nr. 107 und in der Münchner Politischen Zeitschrift vom 28. April 1840, S. 635ff; vgl. IA 1840, S. 172f
  • Rede bei dem [...] Trauergottesdienste für die höchstselige Königinwittwe Friederike Wilhelmine Caroline von Bayern, München 1841
  • Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1843-50); in der Mitgliederliste erscheint er als „Dr. Aub“
  • Beitrag zu den Rabbinischen Gutachten gegen den Frankfurter Reformverein, 1844
  • Die Hauptzüge des Bildes einer Biederfrau. Predigt bei dem [...] Trauergottesdienste für die höchstselige Königin Therese von Bayern, München 1854
  • Rede am offenen Grabe des kgl. Rathes und praktischen Arztes Dr. Hermann Oettinger, München 1855
  • Was Maximilian II. uns war. Predigt bei dem [...] Trauergottesdienste, München 1864
  • Predigt beim Trauergottesdienst König Ludwig I., München 1868
  • Zwei Approbationen, datiert aus München 1833-41; bei Löwenstein, Index, S. 26.

Literatur

  • Die Subskribentenliste der Fürther Talmudausgabe (1832); betitelt ihn als ha-rav MWH. (Ortsrb.)
  • Orient 1847, S. 75: „München hat [...] einen wackern Rabbiner, Hr. Hirsch Aub, der, nicht mehr jung, einem gemäßigten Forstschritt huldigt und von allen Parteien wegen seines guten Charakters und seiner Privattugenden geachtet wird“
  • AZJ 1849, S. 216, Kultusreform
  • Geiger in Brief 1849 (Nachg. Schr. V 204): „ein durchaus braver und sehr wohlwollender Mensch, aber gar sehr schwach und unbedeutend, seine Familie höchst schlicht und achtbar, aber, ich möchte sagen, von einer ländlichen Einfachheit und Bildung“
  • AZJ 1850, S. 56f, 98, Verteidigung der jüd. Morallehre gegen die Angriffe von Prof. Allioli, 13. Dez. 1649, wird von allen 41 bayer. Rb. bis auf einen unterschrieben
  • AZJ 1850, S. 426, Ministerialfragen
  • UI 25 (1869/70), S. 758f; er übte in München mehr als tausendmal das Beschneideramt aus
  • AZJ 1875, S. 411f.Kayserling, Jüdische Kanzelredner I 418f
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 805
  • JE II 296, danach gest. in München
  • JL I 559
  • EJ dt. III 647, danach gest. in München
  • PK Bavaria, S. 107f
  • Prestel, Bayern, S. 32, 114, 150
  • Kilian, München, S. 378f
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 87, 416, 432f, 445, 473f, 497, 500, 506.