Sohn des Talmudgelehrten Chaim Cohen und der Lea, Bruder des in Amsterdam gestorbenen Astronomen Elias H. Lernt an der Fürther Jeschiwa bei Josef Steinhardt und dann in Prag, wo ihn Levi Bondi 1777 ordinierte, ca. 1782 zurück in Fürth, verheiratet mit Rösel Grillingen (1762-1828), Tochter des Eisik G. aus Fürth. 1790 Dajan in Fürth unter M. S. Kohen und Lehrer an der Jeschiwa
unterrichtet privat auch die hebr. Grammatik. 1793 Rb. in Ansbach bei 573 fl. Gehalt. Er ist de facto Landesrb. des ganzen Fürstentums Ansbach
ein Vorstoß der Judenschaft, ihn am 13. Sept. 1802 auch offiziell als solchen einzusetzen, hat außer einer Gehaltserhöhung um 100 fl. keine weiteren Auswirkungen. 1825 erhält er einen der mittelfränkischen Rabbinatsbezirke von 22 Gemeinden. Er bildete nicht wenige Talmudschüler aus. Am 8. Januar 1829 zum zweiten Mal verheiratet mit Judith (1779-1845), Witwe des Elias Neuburger aus Fürth.
Dokumente
GStA Berlin, Fränk. Departement VII Nr.116, fol. 12-51 Gesuche wegen Verbesserung seines Gehalts, 1802-1803
StA Nürnberg, RA 1932, Tit. 13, Nr. 651, Bd. I vom 28. Okt. 1816, Vorschlag zur Gründung einer Gymnasiastenjeschiwa für ganz Bayern in Ansbach; ebd., Bd. III, vom 18. Mai 1825, enthält Abschriften seiner Zeugnisse
CAHJP Jerusalem HM 379, Sterbematrikel Ansbach; danach sei seine Frau 66 und er selbst 80 Jahre alt geworden; die Rabbinerwohnung war in A 234.
Manuskripte
Ein handschriftliches Konvolut seiner Responsen befindet sich im CJA Berlin, lt. Auskunft von Herrn Prof. S. Rohrbacher (Duisburg). Die Sammlg. umfasst 130 Nummern bis Sommer 1808, dazu einzelne unnummerierte Stücke aus späterer Zeit. Korrespondenten sind v. a. die Rb. J. M. Schnaittach in Braunsbach, Jos. Gugenheim in Dittenheim, M. S. Kohn und Wolf Hamburger in Fürth, Sal. Wassermann in Laupheim, Abr. Wechsler in Schwabach, Sam. Buttenwieser in Wassertrüdingen, Sam. Hirsch Adler in Wertheim und Abr. Bing in Würzburg.
Publikationen
Œafah Berurah, hebr. Grammatik mit Konjugationstabellen, Fürth 1790, 37 fol., mit langem Subskribentenverzeichnis (Löwenstein, „Fürth“, III, S. 77, Nr. 330)
Hrsg. des Michlol von David Kimchi mit den Zusätzen des Elias Levita, 1793, 218 fol. (Löwenstein, „Fürth“, III, S. 79, Nr. 342)
Hebr. Gedichte
Halachische Korrespondenz mit Ez. Landau, Noda‘ bIhudah, I, HM, Nr. 30; mit M. S. Kohn, Bigde Kehunnah, Bl. 70r (EE Nr. 16); mit Wolf Hamburger, Œimlath Binyamin, I 7r, 28v, 29r, 90v, 160r (welcher ihn als ha-ga’on tituliert); mit J. M. Schnaittach, Responsen, S. 13r, 28v, 31v, 34r, 40r, 44v, 50v, 51v
Zwei Approbationen, datiert Ansbach 1833; Löwenstein, Index, S. 73.
Literatur
Subskribentenliste der Fürther Talmudausgabe 1832
Nachruf WZJT 1, 1835, S. 126: „er war, was bei den Männern seiner Zeit selten ist, gründlicher Kenner der hebr. Grammatik“
Fürst, Bibliotheca, I, S. 367
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, S. 1791
Grünbaum, Erbtheil der Väter, S. 31f
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 751; er gehörte „schon der Mendelssohn’schen Schule an, welche die grammatischen Forschungen christlicher Gelehrten unter ihren Glaubensgenossen einführte und damit das Sprachstudium neu begründete“
Haenle, S. 197, „auch in der orientalischen Philologie wohl bewandert“
JE VI 433
Löwenstein, „Fürth“, II, S. 113f
Wininger III 141, VII 60
EJ dt. VIII 157f
PK Bavaria, S. 271
Über den Familiennamen, der auch Höchheimer oder Hochheimer, im Hebräischen Hechim, von Späteren fälschlich Hechingen oder sogar Horkheimer (Sauer, Württemberg, S. 137) geschrieben wird, siehe Löwenstein, „Fürth“, II, S. 113-115
Biernoth, Ansbach, S. 44-46
Cohen, Landjudenschaften, Bd. II, S. 1131f, mit Antwort vom 15. Febr. 1800 auf die Anforderung der Regierung, entweder jedem Rb. einen preußischen Rechtsgelehrten beizugesellen oder das jüdische Recht aufzuheben
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 109, 151, 178, 187, 232, 237, 304, 320, 382, 414, 416f, 515.