BHR Biographisches Portal der Rabbiner

JEITTELES, Benedikt

  • Geb. 22. Apr. 1762 in Prag,
  • Gest. 17. Dez. 1813 das
  • Sohn des Jona Jeitteles, Schüler der Jeschiwa von Oberrb. Ezechiel Landau, verheiratet mit Fradel Porges, Tochter des vermögenden Samuel P.
  • studiert und lehrt zeitlebens im Haus seines Schwiegervaters Samuel Porges
  • für den Unterhalt seiner Jeschiwa sorgte seine Frau. Als einziger der Prager Talmudisten war er auch in weltlichen Wissenschaften bewandert. Mit einer pilpulistischen Gedenkrede auf den Oberrb. Ezechiel Landau wollte er sich für die Nachfolge empfehlen, was eine Polemik mit dem Me’assef auslöste. 1807 meldete er sich als erster böhmischer Rabbiner für das philosophische Examen, zog seine Meldung aus Rücksicht auf die Kollegen aber zurück. Sein früher Tod wird seiner aufopferungsvollen Versorgung der Kriegsverwundeten zugeschrieben.

Publikationen

  • ‘Ammud ha-Šah. ar, zum rb. Zivilrecht, Prag 1785
  • Ma‘arche Lev [Prov. 16,1]. Herzensergiessung Israelitischer Patrioten bei Gelegenheit der von der jüdischen Nation wegen Eroberung von Belgrad abgehaltenen Feierlichkeit, hebr. mit dt. Übs. von Meir Dormitzer, Prag 1789
  • Übs. Divre Yå’ze‘f ha-Šeni ha-’Ah. aronim ’ašär dibber t. äräm motho, Prag 1790
  • Megillath ’Echah, Gedenkrede auf den Oberrb. Ezechiel Landau, Prag 1793
  • ‘Emäq ha-Bacha’ [Ps 84,7], weitere Gedenkrede auf Ez. Landau, Prag 1793, 19 Bl
  • Sefär ha-’Orev, Verteidigung der Stiftsrabbiner Jakob Günzberg und Michael Bachrach gegen Samuel Landau, zugleich Abrechnung mit der Haskalah Aron Wolffsohns unter dem Pseudonym „Pinchas Chananja Argozi de Silva“, [Wien] 1795, 20 Bl
  • Œih. ah ben šenath 560 uven šenath 561, über die Frankisten, Prag 1800
  • T. a‘am ha- Mäläch, Superkommentar zum Ša‘ar ha-Mäläch des Isaac Nunes Belmonte über den Kodex des Maimonides, Brünn 1801-03
  • Dt. Predigt über die Kuhpockenimpfung, Prag 1805
  • Pärah. ‘al Qävär ’Avi, Gedenkrede auf seinen Vater, Prag 1807
  • Zwei Approbationen, datiert Prag 1804 u. 1813; Löwenstein, Index, S. 93.

Epigraphik

  • M. E. Stern, „Epitaph des Baruch Jeiteles“, LdO 1840, S. 553f; Lieben, „Erster Wolschaner Friedhof“, S. 19, gibt als Geburtsdatum fälschlich den 9. Aug. 1779 und als Todesdatum den 17. Dez. 1813 (nach JE/Wininger 18. Dez., nach anderen 27. Dez.). „Privatgelehrter, Schöngeist, fruchtbarer Schriftsteller über talmudische Prinzipien und gewisse Prager Streitigkeiten“.

Literatur

  • Aron Wolffsohn in Ha-Me’assef 7,1 (1794), S. 79-91, prangert J.s Gedenkrede auf Landau als Verrat an der Aufklärung an
  • Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1379, 2103
  • Kayserling, Jüdische Kanzelredner I 419
  • Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 194
  • ADB 13 (1881), S. 753
  • Berstein, Pithgamim me-H. achamim, S. 7f
  • JE VII 90, Todestag 18. Dez
  • BLGBL II 35
  • JL III 172
  • N. M. Gelber, „Die böhmisch-mährischen Juden und das napoleonische Sanhedrin“, Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei, 1930/31, S. 60f, mit Brief David Sinzheims an ihn vom 16. Okt. 1806
  • EJ dt. VIII 1061f
  • Klemperer, „Rabbis of Prague“, S. 74-76, 79
  • Kestenberg-Gladstein, Neuere Geschichte, Bd. I, S. 115-146
  • Katz, Out of the Ghetto, S. 136, 151
  • Maier, Jüdische Religion, S. 551f
  • Feiner, Mahpechath ha-Ne’oruth, S. 365, 388- 393
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 46, 72, 81, 120, 216, 269, 271, 303, 534.