BHR Biographisches Portal der Rabbiner

JOSUA, Behrend, hebr. Issaschar-Berisch b. Arje-Leibusch, bürgerlich Behrend LEVI, geb. 14. Juli 1747 in Frankfurt/M.

  • Gest. 25. Nov. 1802 in Hannover
  • Sohn des Rb. Levi Josua gen. Pene ’Aryeh und der Rachel Heilprin
  • sein Vater, Sohn des Frankfurter Oberrb. Jakob-Josua Falk gen. Pene Yehošua‘, amtierte in Sokal (Skohl), Ostgalizien, und seit 1761 in Hannover. Talmudstudium an der Jeschiwa des Hirschel Lewin in Halberstadt, der ihn zum Studium der weltl. Wissenschaften, insbesondere der Grammatik, Mathematik und Astronomie, anregte. Heirat mit Gitel Horowitz (1742-1840), Tochter des Altonaer Rb. Isaak H. aus Brody, und Niederlassung in Hannover als Leiter einer Jeschiwa. Er soll den Talmud 28mal komplett durchstudiert haben, ein Schüler Simeon b. Naftali Waltsch verfasste seinerseits geometrische und astronomische Werke (1786). Als Nachfolger des Vaters 1789 Landesrb. in Hannover mit 250 Tl. Gehalt. Er hatte eine Tochter und zwölf Söhne, welche den Familiennamen Berenstein annahmen
  • sein Sohn Samuel B. (ca. 1767-1838) war Oberrb. in Amsterdam und sein Enkel Issaschar-Berisch B. (1808-1893) Rb. in Den Haag.

Publikationen

  • Zwei Approbationen, datiert Hannover 1786-1789; Löwenstein, Index, S. 85.

Epigraphik

  • Grabsteine auf dem alten jüd. Friedhof in Hannover (Nr. 234, 231a) für ihn und seine Frau, die „berühmte Rabbinerin“; Eintrag im Memorbuch der Begräbnisbrüderschaft, letzterer mit der für Jeschiwaleiter reservierten Formel hä‘ämid talmidim harbäh; Texte bei Gronemann, Genealogische Studien, Bd. II, S. 47f, und bei Zinz, ‘At. ärät Yehošua‘, S. 40, 47.

Literatur

  • Auerbach, Halberstadt, S. 91
  • Gronemann, Genealogische Studien, Bd. I, S. 64-69; unter seiner Leitung sei „wissenschaftlicher Geist“ an der Klaus heimisch gewesen
  • Zinz, ‘At. ärät Yehošua‘, S. 39-41
  • Hallah. mi, H. achme Yiœra’el, S. 191
  • Asaria, Niedersachsen, S. 39
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 121, Nr. 1215, mit einigen Fehlern
  • Schulze, „Hannover“, 1998, S. 55f, erwähnt seine Mitwirkung am Regulativ der Gemeinde vom 9. Aug. 1802.