Sohn des Prager Synagogendieners und Buchhändlers Juda K., 1825 zur Jeschiwa von Neh. Trebitsch in Prag, 1826 zu der des Löb Glogau, zugleich Hebräischstudien bei dem Sprachlehrer Wolf Maier, nach der Bar-Mizwa zwei Jahre Studium bei Moses Sofer in Preßburg und Besuch des dortigen Gymnasiums, 1838-39 philosophisches Biennium an der Universität Prag, Studien an der Jeschiwa des Elias Bunzlfedern (dessen Tochter er heiratet) und bei Oberrb. S. L. Rapoport, 1843 Lehrer, 1844 Rb. in Tábor, seit 1868 auch Kreisrb. Gemäßigter Reformanhänger
Vater des Reformrb. Wilhelm K.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1838/252, 1839b/120, Prüfungsregister der Karlsuniversität
ÖStA/AVA Wien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865, nennt ihn unter den 27 böhm. Vorbereitungsdozenten für die Preßburger Landesrabbinerschule.
Manuskripte
Korrespondenz mit Simon Hock im ŽM Prag.
Publikationen
Rede beim Dankfeste wegen Aufhebung der Judensteuer in Böhmen, Prag 1847
Rede zur Silbernen Hochzeit Sr. Maj. Ferdinand des Gütigen, Prag 1856
H. ayye Yehonathan. Rabbi Jonathan Eibenschütz. Eine biographische Skizze, 1858 (Besprechung in AZJ 1858, S. 388 ff., 402 f., 411ff., 424 ff, 437ff.)
„Die letzten Zuckungen des jüdischen Staatskörpers“, in Pascheles 5620, Prag 1859
„David, der Gesalbte Gottes. Ein Lebensbild nach rabbinisch-agadischer Quelle“, Pascheles 5621, Prag 1860
„Rabbi Josua Sohn Chananias. Ein Charaktergemälde aus der ersten Epoche des talmudischen Zeitalters“, in Jahrb. für die Cultusgemeinden in Ungarn 8 (1860)
„Der Patriarch Rabbi Juda II. Ein Charakterbild aus der Epoche der ersten Amoraim“, in Pascheles 5622, Prag 1861, S. 47-61
„Rabbi Salomon Luria: Lebensbild einer talmudischen Koryphäe aus dem 16. Jahrhundert“, in: Pascheles 5623 (1862), S. 47-91
„Das Armengesetz nach talmudischen Prinzipien“, in: Pascheles 5624 (1863)
„Das Erziehungswesen nach den Prinzipien unserer Altvordern“, in Pascheles 5625 (1864), S. 48-78, Buchausgabe 1864
„Rabbi Simon ben Lakisch. Ein Charakter- und Lebensbild“, in: Pascheles 5628 (1867)
„Die dem Nebenmenschen zu erweisenden Liebesdienste (Gemiloth Chesed) nach Ansichten unserer talm. Weisen“, in: Pascheles 5629 (1868)
„Merkwürdigkeiten aus dem heiligen Lande“, in: Pascheles 5630 (1869)
„Reminiszenzen aus meiner frühen Jugendzeit“, in Pascheles 5631 (1870); nachgedruckt in Zschr. f. d. Gesch. d. Juden in der Tschechosl. 4 (1934), S. 25-37
„Jochanan der Hohepriester. Ein Lebensbild aus dem makkabäischen Zeitalter“, in: Pascheles 5633 (1872)
„Rabbi Löwe ben Bezalel. Lebensbild eines Prager Oberrabbiners aus dem 16. Jahrh.“, in: Pascheles 5634 (1873)
„Das Wesen der jüdischen Geheimlehre“, in: Pascheles 5639 (1875) bis 5640 (1879)
„Rabbi Jacob ben Meir aus Rameru (Rabbenu Tam). Ein Beitrag zur Geschichte der Tossafisten“, in: Pascheles 5641 (1880)
„Das Rabbinat zu Prag, eine historische Darstellung“, in Pascheles 5642 (1882), S. 124ff; engl. Übs. „The Rabbis of Prague 1609-1879“, Historia Judaica 13 (1951), S. 55-82
D. Gans’ chronikartige Weltgeschichte, Prag 1890, u. a. Übersetzungen, Predigten.
Epigraphik
Erhaltene Grabstätte auf dem jüd. Friedhof in Tábor mit Todesjahr 1884.
Literatur
IA 1841, S. 88, „ein sehr gelehrter junger Mann“, hebt seinen Aufstieg aus der Unterschicht hervor
Trauungsbefugnis „im ganzen ehemaligen Taborer Kreise“, lt. Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1877
Lippe 1879/81, S. 237f
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 770, 851
JE VII 523; hat den 20. Jan. 1882 als Todesdatum, ebenso JL, Wininger und EJ dt
JL III 736
Leo Klemperer, „Der Lebenslauf eines böhmischen Landrabbiners im 19. Jh.: G. K., ehemaliger Kreisrabbiner in Tabor“, in Zschr. f. d. Gesch. d. Juden in der Tschechosl. 3 (1933), S. 203ff
Wininger III 466
EJ dt. X 124
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 628, mit Bildnis S. 625