Gymnasium in Prag, 1855 zum Jüdisch-theologischen Seminar in Breslau, 17. Mai 1858 auch imm. an der dortigen Univ., 1. Feb. 1861 prom. Leipzig, 27. Juni 1863 Rabbinatsdiplom vom Seminar
1864 Rb. in Gorzów Wielkopolski (Landsberg a. d. Warthe), Ostbrandenburg
die Ehe mit seiner Prager Kusine Henriette Franke währte fast fünfzig Jahre. 1885 Rb. in Bydgoszcz (Bromberg), Prov. Posen, 1891 Zweiter Prediger der Reformgemeinde in Berlin. Ältesters seiner acht Kinder war der Medizinprofessor Georg K. (1865-1946), jüngstes der Romanist Victor K. (1881-1960), der sich noch zu Lebzeiten des Vaters taufen ließ
eine Tochter heiratete K.s späteren Amtsnachfolger Julius Jelski (1865-1937).
Dissertation
Die grosse Versammlung und die Soferim, Diss. Leipzig 1861.
Dokumente
AU Wrocław, F 434, S. 115, Matrikeleintrag
UA Leipzig, Pro-Cancellar-Buch der Philosophischen Fakultät, B 128a, S. 212, Promotionseintrag
CJA Berlin, 75 A Ste 3 Nr. 67, fol. 29f, vom 24. April 1879, Bewerbung in Stettin; mit Vita
CAHJP Jerusalem, KGe 2, Nr. 55, Personalakte aus Gorzów, 1875-1885
Ebd., PL/By 23, Personalakte aus Bydgoszcz, 1884-1891.
Publikationen
Ankündigung der Raschi-Edition von Abr. Berliner, AZJ 1865, S. 362
Fest- und Gelegenheitspredigten, Breslau 1866, 215 S
Chr. Thomasius, Vortrag, Gorzów o. J
„Beiträge zur vergleichenden Gnomologie mit Berücksichtigung der talmudischen Sprichwörter und Sentenzen“, Lbl 23, S. 107, 110; Sonderdruck Berlin 1894 (dazu AZJ 1896, S. 143)
Voltaire und die Juden, 1894
Zum Gedächtnis an Leopold I. Minden, Berlin 1903 (mit Moritz Levin).
Epigraphik
Grab auf dem Friedhof Berlin-Weißensee; Zeugnisse jüdischer Kultur, S. 136.
Bildmaterialien
Zahlreiche Familienphotographien bei Christian Borchert u. a. (Hrsg.), Victor Klemperer. Ein Leben in Bildern, Berlin 1999.
Literatur
Jahresbericht JTS 9 (1864), Anhang, S. 1
AZJ 1864, S. 658, Berufung nach Gorzów
AZJ 1865, S. 396, Gedächtnisrede zu Ehren I. N. Mannheimers
Abendland 1865, S. 120, „einen jüngern, recht tüchtigen Redner“
AZJ 1866, S. 86, wirbt mit einer Predigt „zur Pflege der Wissenschaft“ für die Unterstützung mittelloser Seminaristen
AZJ 1866, S. 715, Trauerrede für Minna Burchardt
Kayserling, Kanzelredner
Lippe 1879/81, S. 238f
Neuzeit 1889, S. 116, Bewerbung um die Kaempf-Nachfolge am Tempel in Prag
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 822
Lippe 1899, S. 207
Brann, Jüd.-theol. Seminar, S. 172
JE VI 523
Heppner und Herzberg, S. 345f
AZJ 1912, Nr. 8, Beilage, S. 1, zitiert aus Jelskis Grabrede, daß K. „Zeit seines Lebens nächst dem Altare in der stillen Verborgenheit des Hauses seine Welt gesucht und gefunden [...] ein Talmid Chacham, ein jüdischer Weiser und Rabbi von altem Schlage, und doch zugleich in neuen Geiste und Gewande, denn der Baum seiner Erkenntnis blieb tief und innig wurzeln in der biblisch-rabbinischen Welt und Weltanschauung, während seine Zweige sich nach allen Seiten ausbreiteten und in den unbegrenzten Weiten des modernen Wissens verloren“
JL III 737
Wininger III 468
EJ dt. 125
Victor Klemperer, Curriculum Vitae. Erinnerungen 1881-1918, Berlin 1996, Bd. I, S. 17-26