BHR Biographisches Portal der Rabbiner

KLEMPERER, Wilhelm, Dr.

  • Geb. 30. März 1839 in Prag,
  • Gest. 12. Feb. 1912 in Berlin
  • Sohn des Rb. Guttmann K.
  • Gymnasium in Prag, 1855 zum Jüdisch-theologischen Seminar in Breslau, 17. Mai 1858 auch imm. an der dortigen Univ., 1. Feb. 1861 prom. Leipzig, 27. Juni 1863 Rabbinatsdiplom vom Seminar
  • 1864 Rb. in Gorzów Wielkopolski (Landsberg a. d. Warthe), Ostbrandenburg
  • die Ehe mit seiner Prager Kusine Henriette Franke währte fast fünfzig Jahre. 1885 Rb. in Bydgoszcz (Bromberg), Prov. Posen, 1891 Zweiter Prediger der Reformgemeinde in Berlin. Ältesters seiner acht Kinder war der Medizinprofessor Georg K. (1865-1946), jüngstes der Romanist Victor K. (1881-1960), der sich noch zu Lebzeiten des Vaters taufen ließ
  • eine Tochter heiratete K.s späteren Amtsnachfolger Julius Jelski (1865-1937).

Dissertation

  • Die grosse Versammlung und die Soferim, Diss. Leipzig 1861.

Dokumente

  • AU Wrocław, F 434, S. 115, Matrikeleintrag
  • UA Leipzig, Pro-Cancellar-Buch der Philosophischen Fakultät, B 128a, S. 212, Promotionseintrag
  • CJA Berlin, 75 A Ste 3 Nr. 67, fol. 29f, vom 24. April 1879, Bewerbung in Stettin; mit Vita
  • CAHJP Jerusalem, KGe 2, Nr. 55, Personalakte aus Gorzów, 1875-1885
  • Ebd., PL/By 23, Personalakte aus Bydgoszcz, 1884-1891.

Publikationen

  • Ankündigung der Raschi-Edition von Abr. Berliner, AZJ 1865, S. 362
  • Fest- und Gelegenheitspredigten, Breslau 1866, 215 S
  • Chr. Thomasius, Vortrag, Gorzów o. J
  • „Beiträge zur vergleichenden Gnomologie mit Berücksichtigung der talmudischen Sprichwörter und Sentenzen“, Lbl 23, S. 107, 110; Sonderdruck Berlin 1894 (dazu AZJ 1896, S. 143)
  • Voltaire und die Juden, 1894
  • Zum Gedächtnis an Leopold I. Minden, Berlin 1903 (mit Moritz Levin).

Epigraphik

  • Grab auf dem Friedhof Berlin-Weißensee; Zeugnisse jüdischer Kultur, S. 136.

Bildmaterialien

  • Zahlreiche Familienphotographien bei Christian Borchert u. a. (Hrsg.), Victor Klemperer. Ein Leben in Bildern, Berlin 1999.

Literatur

  • Jahresbericht JTS 9 (1864), Anhang, S. 1
  • AZJ 1864, S. 658, Berufung nach Gorzów
  • AZJ 1865, S. 396, Gedächtnisrede zu Ehren I. N. Mannheimers
  • Abendland 1865, S. 120, „einen jüngern, recht tüchtigen Redner“
  • AZJ 1866, S. 86, wirbt mit einer Predigt „zur Pflege der Wissenschaft“ für die Unterstützung mittelloser Seminaristen
  • AZJ 1866, S. 715, Trauerrede für Minna Burchardt
  • Kayserling, Kanzelredner
  • Lippe 1879/81, S. 238f
  • Neuzeit 1889, S. 116, Bewerbung um die Kaempf-Nachfolge am Tempel in Prag
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 822
  • Lippe 1899, S. 207
  • Brann, Jüd.-theol. Seminar, S. 172
  • JE VI 523
  • Heppner und Herzberg, S. 345f
  • AZJ 1912, Nr. 8, Beilage, S. 1, zitiert aus Jelskis Grabrede, daß K. „Zeit seines Lebens nächst dem Altare in der stillen Verborgenheit des Hauses seine Welt gesucht und gefunden [...] ein Talmid Chacham, ein jüdischer Weiser und Rabbi von altem Schlage, und doch zugleich in neuen Geiste und Gewande, denn der Baum seiner Erkenntnis blieb tief und innig wurzeln in der biblisch-rabbinischen Welt und Weltanschauung, während seine Zweige sich nach allen Seiten ausbreiteten und in den unbegrenzten Weiten des modernen Wissens verloren“
  • JL III 737
  • Wininger III 468
  • EJ dt. 125
  • Victor Klemperer, Curriculum Vitae. Erinnerungen 1881-1918, Berlin 1996, Bd. I, S. 17-26
  • HÖAAJH, Bd. II, Nr. 5249.