Sohn des Issaschar Levi K., Schüler von Herz Scheuer an der Mainzer Jeschiwa, 1792 Flucht vor der französischen Besatzung, weitere Studien an der Jeschiwa in Fürth, 1795 in Baiersdorf b. Erlangen verheiratet mit seiner Frau Jette, 4. März 1796 ordiniert vom Mainzer Oberrb. N. H. Z. Berlin, Aug. 1813 Rb. in Bad Mergentheim in Württ. nach einer Prüfung beim Stadtpfarrer, die er mit „gut“ besteht, am 4. Nov. 1818 einstimmig zum Rb. in Gelnhausen gewählt, im März 1819 mit 400 fl. Gehalt dort eingesetzt
er leitet eine Jeschiwa und war nach Behauptung eines Schülers „bekanntlich einer der gelehrtesten und orthodoxesten Talmudisten in Deutschland“ (Em. Schwab am 2. Apr. 1857
CAHJP Jerusalem, D/Ba28/ 21). Am 26. Mai 1820 erhielt er einen temporären kurhessischen Schutzbrief, gefolgt am 16. Juni von einer provisorischen staatlichen Bestätigung. Infolge von Unstimmigkeiten mit der Gemeinde in Gehaltsfragen 1830-31 Bewerber in Hanau und Kassel. Bleibt noch bis 1834 bayerischer Staatsangehöriger. 1835 wünschen Provinzialrabbiner Felsenstein und die Vorsteher ihn abzusetzen, da er „zu den Hauptfunctionen eines Rabbinen, zur Haltung von Predigten, zur Ertheilung und Beaufsichtigung des Religions-Unterrichts etc. unfähig sei“ (Bericht Felsensteins vom 17. Juni 1835). Nachdem die Frage seines weiteren Schicksals in der Gemeinde „Parteiungen“, „Animositäten“ und „gehässige Reibungen“ hervorruft, wird sein Gehalt auf 300 fl. vermindert und dafür ein Schullehrer angestellt.
Dokumente
HStA Stuttgart Best. E 201c, Büschel 41, enthält die Dokumente seiner Einsetzung in Bad Mergentheim und die Akten der Prüfung, die der Weikersheimer Rb. Moses Lazarus und der Mergentheimer Stadtpfarrer Konrad Engelhard im Auftrag der Regierung am 26./27. Juli 1813 mit ihm anstellten; es ist der früheste dokumentierte Fall einer staatlichen Rabbinerprüfung
StA Marburg, 82c/936 über die Akzidentien seiner Stelle in Gelnhausen
Ebd., 82c/937-938 über seine Anstellung in Gelnhausen, darin auch dt. Übs. des Rabbinatsdiploms
Ebd., 180 Salmünster Nr. 2 über die Einziehung von Gehaltsbeiträgen aus Wächtersbach.
Manuskripte
New York, Columbia University, X 893 Z 8 v. 2 no. 4/1: Briefe u. Talmudauslegungen von Hirz Kunreuth, 5 Bl., geschrieben Fürth 1794. Schüler. Außer seinen Söhnen: Lazarus Adler aus Unterfranken, Mayer Löwenmayer aus der Oberpfalz u. a.
Literatur
Löwenstein, „Mergentheim“, BJGL 3 (1902), S. 97. Das Geburtsdatum wurde nach dieser Quelle angegeben; nach eigener falscher Angabe sei K. 1766, nach anderen 1779 geboren
Löwenstein, „Hanau“, S. 37f; bei seiner Bewerbung in Hanau räumt er 1830 ein, daß ihm „die ganze hochdeutsche Sprache nicht so vollkommen eigen ist“
Sauer, Württemberg, S. 42
Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 242f
Ackermann, „Gelnhausen“, S. 26-32
Moriyyah, IX, 9-10, S. 102: Der Prager Rb. Eleasar Fleckeles widmet ihm eines seiner Bücher
Hildesheimer, „Mendelssohn“, S. 103, nennt ihn als Pränumeranten der Mendelssohnbibel von 1801
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 112, 114, 182, 442-444, 488.