BHR Biographisches Portal der Rabbiner

LABASZYNSKI, Joseph, auch J. LABASCHINSKI

  • Geb. 1802 in Gniezno (Gnesen), Prov. Posen,
  • Gest. 1. Aug. 1894 in Borek
  • Sohn des Elieser L., Schüler Akiba Egers in Posen und von diesem ordiniert, schon in jungen Jahren Rb. in Sieraków (Zirke) und Messerb. in Frankfurt/Oder, um 1835/47 Rb. in Babimost (Bomst), später in Rb. in Choszczno (Arnswalde) in Ostbrandenburg, 1853 Unterrb. (moreh s. ädäq) in Œroda (Schroda), Prov. Posen, 1862 Rb. in Borek.

Dokumente

  • CJA Berlin, 75 A, Ma 1 Nr. 17, fol. 53, Bewerbung in Mirosławiec (Märkisch-Friedland), Westpreußen
  • Ebd., 75 A Pr 1 Nr. 9 Bl. 27, vom 17. Dez. 1846, Bewerbung in Prenzlau; L. bezeichnet sich hier als „einen warhaft religiösen, wissenschaftlich talmudisch gebildeten und eines deutschen Vortrags fähigen Rabbiner“, beiliegend Empfehlungen
  • CAHJP Jerusalem, AHW 543b, Fasc. II, S. 57-60, Bewerbung in Hamburg 1851: Er schreibt dort, S. 58, „daß ich schon in meinem noch nicht reiferen Alter die Richtung jener Zeit, in dem bloßen Talmudisten den Theologen groß zu ziehen als einseitig und mangelhaft erkannte, und befleißigte mich daher in der hebräischen Sprache und Literatur, studierte mit Eifer die Bibel mit dogmatischer Exegese, die Commentare des [Ibn] Esra, Cimchi und Abarbanel, und in meinem reiferen Alter studierte ich auch mit unermüdlichem Fleiße die ältern religionsphilosophischen Werke als Bechai, Ikarim, Maimonides und machte mich auch mit der neuern jüdischen Literatur und Kritik bekannt“ (dazu Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 545)
  • CJA Berlin, 1, 75 A Bo 6 Nr. 29, Berufung nach Borek
  • AP Poznañ, Landratura Krotoszyn, Nr. 184, Kultusstatistik aus Borek, 25. Aug. 1882
  • GStA Berlin, XVI. H.A. Rep. 32 I Bomst Nr. 217 (unfoliert).

Literatur

  • Lippe 1879/81, S. 261, nennt ihn als „Labatschinski, Dr.“
  • Nachruf Israelit vom 23. Aug. 1894, S. 1248. Der Gemeindevorstand rühmt im Nachruf in der Posener Zeitung „seine Pflichttreue und aufopfernde Hingabe an seinen Beruf, seine wahrhafte mit religiöser Duldsamkeit vereinte Frömmigkeit, sowie die Milde und Versöhnlichkeit seines Charakters“
  • Wreschner, „Eger“, II, S. 20; Todesdatum hier mit 1899 angegeben
  • Heppner und Herzberg, S. 315, 317, 957, 1030
  • Hirschler, Sefär Me’oran šäl Yiœra’el, Bd. II, S. 348
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 140f
  • PK Poznañ-Pomerania, S. 128.