Geb. 16. November 1816 in Miêdzyrzecz (Meseritz), Prov. Posen,
Gest. nach 1891 vermutlich in Schwedt a. d. Oder, Prov. Brandenburg
1841 Religionslehrer und Prediger in Schwedt a. d. Oder, dort 1846 auch als Rb. angestellt. Anhänger der konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846) Z. Frankels. Nachdem sich die Gemeinde im Gefolge der Revolution von 1848 auflöst und im Frühjahr 1850 zwei rivalisierende Vorstände einander befehden, muß K. in einem langen Prozeß gegen die ehemaligen Vorsteher sein Beschäftigungsverhältnis einklagen.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, GA II 503 Prozeß des Rb. Kuttner gegen die Gemeinde wegen Besoldung, 1851-60
CJA Berlin, 75 A Schwe 2 Nr. 27 Berufung am 12. August 1846 u. a. mit der Verpflichtung, Konfirmationen vorzunehmen
Ebd., Nr. 28 Ansprache der Gemeindevertretung zu seinem Amtsjubiläum, dabei Erinnerungsblatt an das Fünfzigjährige Amtsjubiläum Se. Ehrwürden des Herrn Rabbiner N. H. Kuttner, Schwedt, 2. Nov. 1891.
Literatur
Sucht nach einem Adjunkten in AZJ 1845, S. 643: „... kann jemand, der mit der Befugniß zum Paskenen von einem in Autorität stehenden Rabbinen versehen ist, bei mir ein Engagement finden“
Rede zu Grundsteinlegung der Synagoge in Trzciñsko-Zdrój (Bad Schönfließ), Ostbrandenburg; AZJ 1858, S. 479
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 18, für 214 Seelen
Der Streit um Rb. Kuttner wurde gehässig während der NS-Zeit evoziert; siehe Erich Westermann, „Juden unter sich: Ergötzliches aus alten Schwedter Zeitungen“, Schwedter Heimatblätter 1943, Nr. 6, S. 24 (frdl. Mitteilung von Frau Schneider, StadtA Schwedt/Oder)
Hans- Georg Eichler, „Jüdischer Friedhof und jüdische Gemeinde zu Schwedt/Oder“, Schwedter Jahresblätter 3 (1982), S. 75-82 [lag nicht vor]