Geb. 13. Sept. 1826 in Zaniemyœl (Santomischel), Prov. Posen,
Gest. 15. Jan. 1901 in Posen
Sohn des rb. Gelehrten Joseph L. aus Miêdzyrzecz (Meseritz) und der Hinde Mindel, Besuch des Lyzeums in Hannover, mit Dispens vom regul. Gymnasialbesuch 15. Dez. 1852 imm. Berlin, drei Semester an der Univ., daneben Studien bei Rosenstein und Sachs
30. Juni 1854 imm. Breslau extra ordinem, 1. Aug. 1854 Abitur am kath. Gymn., am 22. Juli reguläre Einschreibung
gehört zu den ersten Schülern des am 10. Aug. 1854 eröffneten Jüdisch-theologischen Seminars. 1857 ordiniert von Seminarleiter Zach. Frankel, von Mich. Landsberger in Berlin und von Moses Veilchenfeld in RogoŸno (Rogasen)
13. Nov. 1857 prom. Breslau, 17. März 1858 Abgang von der Universität. 1858 Prediger bei der „Brüdergemeinde“ (Humanitätsverein) in Posen, Wronker Str. 19
Heirat mit einer Tochter des Rabbinatsverwesers Emanuel-Mendel Löwenstamm, 1871 Religionslehrer an der Bürger-Realschule in Posen.
Dissertation
Expositio: De Leibnitzii fundamentis psychologicis et metaphysicis scientiae moralis, respectis etiam nonnullorum et piorum et posteriorum philosophorum sententiis, Druckausgabe Breslau 1857 (von Marcus Landsberg, geb. 15. Sept. 1830).
Dokumente
JM Frankfurt/M., PSR A 281, Geburtsregister von Zaniemyœl, hier mit Vornamen Marcus
AU Wrocław, F 434, S. 104; F 437, S. 26, mit Matrikeleinträgen; ebd., F 459, Studentenregister, danach geb. am 15. Sept. 1826, Sohn des Rb. in Trzciel (Tirschtiegel); ebd., F 126, Bl. 233-239, Promotion, enth. Bitte um Gebührenerlaß, Prüfungsprotokoll und Gutachten. Prof. Elvenich bewertet die Diss. mit magna cum laude, da sie „einen strebsamen, denkenden und philosophisch gebildeten Kopf verräth“. Er erscheint in den Breslauer Akten noch durchweg als „Marcus Landsberg“
CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/37 vom 30. Jan. 1863 mit Bewerbung in Bamberg. „Einer Berufung auf das Rabbinats-Collegium hier zu Posen, wo ich seit unmittelbar nach meiner Promotion als Rabbiner und Prediger fungire, muß ich schicklicher Weise darum entsagen, weil der Oberrabbiner Loewenstamm seit ungefähr 3 Jahren mein Schwiegervater ist“
CJA Berlin, 1, 75 A Ma 1 Nr. 17 vom 3. Feb. 1863, Bewerbung in Mirosławiec (Märkisch-Friedland), Prov. Westpreußen, mit Referenzen der Rb. E. Rosenstein, M. Sachs und Z. Frankel
CAHJP Jerusalem, D/Ra1/16, Bewerbung in Racibórz (Ratibor), Oberschlesien, 1884. Verweist auf Atteste der Rb. Z. Frankel und M. Veilchenfeld.
Literatur
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 50
Israelit vom 1. Okt. 1900, S. 1626
Nachruf in Gemeindebote vom 25. Jan. 1901, S. 4
Brann, Jüd.-theol. Seminar, S. 177, Name als „Landsberg, Marcus“, Geburtsdatum als 1830 angegeben
Breslauer Universitätsschriften, S. 196, Nr. 2020
Heppner und Herzberg, S. 914, hier erscheint das Geburtsdatum des 15. Sept. 1830.