Geb. 8. Sept. 1847 in Gorzów Wielkopolski (Landsberg a. d. Warthe), Brandenburg,
Gest. 26. März 1919 in Berlin
Sohn des neuorthodoxen Rb. Baruch (Isidor) L., aufgewachsen in Schwerin (Mecklenburg) und Hamburg, stud. an der Universität Würzburg, 12. Nov. 1867 imm. Berlin, um 1870 Rb. des Berliner Talmudvereins, Herbst 1872 Rb. des „Beth-Samuel-Vereins“ an der privaten „Lippmann-Tauss-Synagoge“ in Berlin, Gollnowstr. 11, sowie (ab 1874) des Berliner Synagogenvereins „Kehal Jisroel“. 24. März 1873 prom. Gießen. Die von ihm nach Vorbild der Adass Jisroel gegründete Religionsschule in der Georgenkirchstr. umfaßt 1891 sieben Klassen mit ca. 200 Knaben und Mädchen
L. legt die Schulleitung 1915 nieder.
Publikationen
Mišnath Šemu’el. Lehr und Übungsbuch für den ersten Unterricht in der Mischnah, Hamburg 1867
Minh. ath Šemu’el zum Mischnatraktat Pe’ah, Berlin 1871.
Epigraphik
Grab auf dem Berliner Friedhof der Adass Jisroel.
Literatur
Lippe 1879/81, S. 294f
Gemeindebote vom 21. Aug. 1891, S. 2
Israelit vom 23. Sept. 1897, S. 1493, zum 25jährigen Jubiläum
Israelit vom 12. Juni 1919, S. 5: „Fast ein halbes Jahrhundert hindurch hatte er als Rabbiner dieses Synagogen-Vereins gewirkt, ein Stück Entwicklungsgeschichte der Berliner Judenheit miterlebt und mitgeschaffen“
Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege (statistisches Jahrbuch) 1913, hrsg. vom Büro des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, Berlin 1913, S. 25
Felix Singermann, Die „Lippmann- Tauss“-Synagoge, Berlin 1926
Sinasohn, Privatsynagogen, S. 24f
Kössler, Doktorpromotionen an der Universität Gießen, S. 61.