Sohn eines Lehrers, der bereits um 1790 eine allgemeine Bildung erworben hatte
mit 13 J. für 2 1/2 Jahre an die Jeschiwa nach Fürth
studiert auch in Gelnhausen bei Hirsch Kunreuther. 1828 Lateinschule und Gymn. Erlangen bis zum Abitur und Wechsel zur Universität das., 1835 zur Univ. München für ein weiteres Jahr, Studium bei Schelling und an der Kath.-Theol. Fakultät. Mai 1836 Staatsprüfung in München mit Note 2 (als Primus von 5 Kandidaten), drei Morenu-Titel aus München, Ühlfeld und Baiersdorf. 24. Feb. 1838 prom. Erlangen, im selben Jahr Religionslehrer in Sulzbürg, dann Beförderung zum „Rabbinats-Adjunkten“ („Rabbiner und Lehrer in einer Person“
Orient 1847, S. 75), und 1850 schließlich zum Distriktsrb. Lehnt 1859 einen Ruf nach Burgebrach ab. Seinem Sprengel schlossen sich die Juden der Rabbinatsbezirke Thalmässing (1850) und Regensburg (1860-82) sowie der Gemeinde Neumarkt (1868) an. 1893 dekoriert mit dem Michaelisorden. L. war Onkel des amerikanischen Reformrb. Kaufmann Kohler.
Dissertation
De essentia et forma philosophiae, Diss. Erlangen 1838.
Dokumente
UA Erlangen, C4/3b, Nr. 331, Promotionsakten mit Vita. Über die Fürther Talmudisten: „Iis enim temporibus permulti juvenes rabbinicis studiis dediti illam urbem frequentabant, qui omni humanitate et cultu animi paene exuti universam sapientiam, scholasticorum exemplo, in quaestionibus vanis et inanibus posuere, quas maxima subtilitate ingeniique acritudine instituebant, appellationem vero ad sanam mentem factam non patiebantur“. Aber das Urteil über die Münchner katholischen Theologen fällt nicht besser aus: „Quo aridius vero et jejunius disciplinae theologicae praecepta mihi videbantur tradi, eo majore alacritate et vigore philosophiae praeceptoribus auscultabar, quamquam Schellingianam sublimitatem et altitudinem non semper assequi poteram.“- CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/37 vom 5. Jan. 1863 Bewerbung in Bamberg.
Publikationen
Predigt bei dem in der Synagoge zu Sulzbürg abgehaltenen Trauergottesdienste für die höchstselige Königin Therese von Bayern, Neumarkt 1854
Der Segen des Gotteshauses. Predigt zur Einweihung der Israelitischen Synagoge in Thalmessingen, Fürth 1857
Predigt zum Geburtstage seiner Majestät des Königs Maximilian II. von Bayern, Regensburg 1861
[Derselbe Titel,] Regensburg 1862
Grabrede auf seine Ehefrau Babette, Fürth 1871
Grab-Rede gehalten dem Kaufmann Simon Goldschmidt in Neumarkt, Neumarkt 1872
Predigt gehalten am Geburtsund Namensfeste unseres Königs Ludwig II. von Bayern, Neumarkt 1880
Predigt gehalten in der Synagoge zu Neumarkt am 10. Mai 1877, zur Enthüllungsfeier eines neu errichteten Kriegerdenkmals, 1877
Predigt zum allerhöchsten 70. Geburtsfeste [...] des Prinzregenten Luitpold von Bayern, München 1891.
Epigraphik
Jüdischer Friedhof in Sulzbürg (Opf.), Grab Nr. 262; lt. Mitteilung von Dr. Andreas Angerstorfer, Regensburg.
Literatur
AZJ 1863, S. 576, hat eine „Agentur“ übernommen
AZJ 1865, S. 103, vertritt das Rt. in Regensburg
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 284-285
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 806
Nachruf im Israelit vom 7. März 1895, S. 367, hebt seinen orthod. Standpunkt hervor: „An Kenntnissen auf talmudisch-rabbinischem Gebiete überaus reich, ebenso in profanen Wissenszweigen vorzüglich bewundert, durchglüht und begeistert von unserer heiligen Sinailehre, verherrlichte er dieselbe durch Lehre und Beispiel“
Kohler, „Personal Reminiscences“, S. 470, 474: „a pupil of Wolf Hamburger and at the same time a fine Latin scholar“
PK Bavaria, S. 165
Schorsch, „Rabbinate“, S. 247
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 140, Nr. 2366
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 410, 415, 419, 496, 609.