BHR Biographisches Portal der Rabbiner

LÖWENSTEIN, Bernhard, Dr.

  • Geb. 1. Feb. 1821 in Miêdzyrzecz (Meseritz), Prov. Posen,
  • Gest. 24. Feb. 1889 in Lemberg
  • Nachkomme des Frankfurter Oberrb. Jakob-Josua Falk gen. Pene Yehošua‘
  • rabbinische und akademische Ausbildung in Prag, auf Empfehlung Ludwig Philippsons wird er 1846 Prediger und Schuldirektor in Liptovský Mikuláš (Liptau-St.-Nikolaus), Slowakei, eröffnet dort im Okt. 1851 auch ein privates Pensionat. 1857 Rb. in Bučovice (Butschowitz), Mähren, 1863 Prediger am Tempel in Lemberg, Pionier der Reformbestrebungen, Mitbegründer der Ohel Mosche-Schule, wo religiöse und weltliche Gegenstände unterrichtet wurden. Sein Sohn, der Rechtsanwalt Dr. Nathan von Löwenstein, war bis zur Auflösung der k. u. k. Monarchie Mitglied des Abgeordnetenhauses.

Dokumente

  • ŽM Prag, Nr. 128.402, S. 600; L. empfiehlt 1879 für das Prager Oberrt. den Rb. Samuel Waldberg in Jarosław (Jarolau), Galizien, und erinnert sich an „Prag, wo ich als Schüler des in Gott seligen berühmten Oberrabbiners Rapaport meine Jugendjahre zubrachte“.

Publikationen

  • Jüdische Klänge. Gedichte religiösen, didaktischen und lyrischen Inhalts im jüdischen Geiste, Brünn 1862, 145 S. Populär wurde das letzte Gedicht der Sammlung, „Gruß an Palästina“
  • Die drei Säulen der menschlichen Gesellschaft. Rede gehalten bei der Verfassungsfeier, Lemberg 1863
  • Skizze des Vortrages über die Elemente einer Universal-Religion im Judenthum, Lemberg 1888, 24 S
  • Abul-Hassan-Lieder nach Juda Halevi, 1894
  • Hebräische Übersetzungen.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).

Literatur

  • Ankündigung des Pensionats in Wiener Blätter 1851, S. 354. „Auf besonderes Verlangen wird auch im Talmud, in lateinischer und französischer Sprache Unterricht ertheilt“
  • AZJ 1858, S. 94, „Dr. Levinstein“
  • Ha-Mevaœœer 111, S. 58f über seinen Abschied aus Bučovice
  • AZJ 1863, S. 122, Wechsel nach Lemberg
  • AZJ 1863, S. 397f, Trauerfeier für Gabr. Rießer
  • Lippe 1879/81, S. 299
  • Nathan Samuely, Rabbiner und Prediger Bernhard Löwenstein, 1889, 23 S
  • Hirsch Lazar Teller, Šem ‘Olam. ’Eläh tholedoth [...] Yiœašchar Beriš Levenšt. ayn zichrono liverachah [dt. Nebentitel Schem olam. Das Leben und Wirken des verewigten rühmlichst bekannten Rabbiners und Predigers Bernhard Löwenstein], Krakau 1889, 48 S. mit Bildnis
  • Sal. Buber, ’Anše Šem, S. 44, 126, 244
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 884
  • JE VIII 195, Todesdatum hier 15. März 1889
  • Wachstein, Hebr. Publizistik, Bd. I, S. 280
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, S. 175, mit Bildnis; Todesdatum hier 24. Febr. 1888
  • Wininger IV 168f, Todesdatum auch hier 1888
  • EJ dt. 1150
  • J. Tannenbaum, Galitsiye mayn alte haym, 1952, Register
  • EJ eng. XI 451
  • HÖAAJH, Bd. II, Nr. 6454.