Sohn des späteren Rb. Elias P. und der Auguste Löwenstein, wächst in Bruchsal auf und besucht dort die isr. Elementarschule, Talmudstudien in Karlsruhe und Mannheim, Herbst 1834- 1837 Gymn. Bruchsal mit rb. Studien beim Vater, 27. Okt. 1837 (bis 1839) imm. Heidelberg, 1840 theol. Staatsprüfung, Vikar bei seinem Vater in Bruchsal. Als er einen Ruf nach Meiningen erhält, verbürgt sich die Gemeinde, ihn als Nachf. anzustellen (AZJ 1847, S. 93). 1847 Bezirksrb. in Bruchsal, dort 1849 auch Seelsorger am Männergefängnis, 14. März 1850 getraut mit der Kaufmannstochter Fanni Rothschild (1812-1872) aus Sulzbach
der Fürther Rabbiner Löwi segnete in der Heimat der Braut die Ehe ein, welche kinderlos blieb. 27. Jan. 1855 Stadt- und Bezirksrb. in Mannheim. Liberal. Als er 1855 das umstrittene „Mannheimer Gebetbuch“ (mit Weglassung aller Zionsbitten), einen Synagogenchor und eine Orgel einführt, erhält er am 30. Aug. 1855 vom Oberrat eine Rüge und wird vom Amt suspendiert
die Entscheidung wird aufgrund des Widerstands der Gemeinde (u. a. Protestbrief der „Frauen und Jungfrauen“) zurückgenommen.
Dokumente
StadtA Mannheim 12/1982, Nr. 164 Familienbogen Präger.
Publikationen
Gebet- und Erbauungsbuch für Israeliten. erster Theil: Die öffentliche Andacht, Brilon 1851 (siehe AZJ 1860, S. 248, 380-384), 2. Aufl. 1860 (AZJ 1859, S. 709; 1860, S. 126, 280)
Gebetbuch für die israelitische Gemeinde Mannheim, 1855
Predigt, die Bestimmung der Synagoge, gehalten bei der Einweihung der neuen Synagoge in Mannheim, 1855
Andachtsbuch für Israeliten, Brilon 1856
Der ungehorsame Sohn, Predigt, 1857 (AZJ 1858, S. 75)
Aristobul, der letzte Hasmonäer (AZJ 1859, S. 55)
Rede bei der Beerdigung des seligen Moses Nauen von Mannheim, 1859 (AZJ 1859, S. 457)
Sabbathfeier. Eine Sammlung Predigten zur Befestigung des religiösen Sinnes, Straßburg 1859 (AZJ 1860, S. 210f).
Epigraphik
Abb. der Grabstätte bei Hundsnurscher und Taddey, Die jüdischen Gemeinden in Baden, Abb. 140, sowie bei Rudolf Haas und Wolfgang Münkel, Wegweiser zu den Grabstätten bekannter Mannheimer Persönlichkeiten, Mannheim 1981, S. 201. Das Ehrengrab gehört „zu den auffallendsten und stattlichsten Grabmalen“ des Mannheimer Friedhofs; Brocke/Müller, Haus des Lebens, S. 116.
Bildmaterialien
Postum verlegte Bildnislithografie, bei Keller, Mannheim, S. 63.
Literatur
Bewerbung und Einsetzung in Mannheim, AZJ 1854, S. 206; 1855, S. 21
Nachruf von W–r, AZJ 1862, S. 9-10, Geburtsdatum hier „am Neujahrstage 1847“. Nach Aussage des Autors (wohl Klausrb. H. Wagner), „blieb er aus Pietät gegen den Vater den weitgreifenden Reformbestrebungen der Rabbinerversammlungen fern, obwohl er grundsätzlich dieselben billigte und sich später offen dazu bekannte“
Lippe 1879/81, S. 374, führt ihn noch als emeritierten Rb. in Mannheim
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 804f, 826: Er „gehörte zu den Rednern, welche in edler, ruhiger und bemessener Weise, ohne Schwung und ohne Erregung, den Hörer sanft überreden und würdevoll überzeugen“