Sohn des Samuel R., Schüler der Fürther Jeschiwa bei Moses Hechheimer, aufgenommen in die Schwabacher Judenmatrikel, Stelle 28, am 25. Nov. 1803 für den Tuchund Kleiderhandel. 1816 Stiftsrabbiner am Kaulla’schen Bet-Midrasch in Hechingen, auch Prediger. Nimmt Talmudschüler gegen Entgelt in Pension, so 1825-27 den jungen Berthold Auerbach. D. hielt gelegentlich deutsche Vorträge in der Synagoge, welche die Fürstin Eugenie durch ihre Anwesenheit geehrt habe. Seine Frau Gidel starb 1846: das Bet-Midrasch wird um dieselbe Zeit geschlossen.
Dokumente
StA Sigmaringen, Ho 235 Bd. 25 Abt. I Sekt. X Nr. 1230 vom 13. Okt. 1830; der Hechinger jüd. Vorstand nimmt Bezug auf einen Mannheimer Klausner,der „nichts weiter als ein Stifts- Lehrer ist, wie Reichenberger, der sich ebenfalls den Namen Rabbiner zueignet“.
Publikationen
Näta‘ Reva’i über mathematische Probleme im Talmud, Fürth 1841, 30 S.
Epigraphik
Sein Grabstein auf dem Hechinger jüd. Friedhof, Nr. 275; siehe Hüttenmeister, Hechingen.
Literatur
Moses Hechheimer, Œafah Berurah, Fürth 1790, nennt unter den Subskribenten in Fürth „meinen Schüler, den Studenten Neta Schwabach“
Mayer, „Hechingen“, Sp. 539
Baruch Straßburger, Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten von der vortalmudischen Zeit bis auf die Gegenwart, Stuttgart 1885, S. 160
PK Baden-Württemberg, S. 172, gibt das Todesjahr fälschlich mit 1895 an
Berthold Auerbach beschreibt ihn in seinen Kindheitserinnerungen: „Reb Nate war ein behaglicher kleiner Mann mit einem Spitzbart am Kinn, den er beständig durch die Hand zog. Er sprach nicht viel, desto mehr aber seine Frau, eine zierliche bewegliche Erscheinung mit Eidechsenaugen“, welche man daher „das Schmusgitele (das heißt Schwätzerin) nannte“ (Bettelheim, Berthold Auerbach, S. 38; Thomas Scheuffelen, Berthold Auerbach 1812-1882, Marbach 1986, S. 22-24). Auerbach schreibt später, er „verbrachte dort ein traurig Stück Leben“ (ebd., S. 30). Seine Gastgeber und deren Nachkommen aber waren stolz auf ihn, wie die 1864 nach Hechingen gekommene Helwine Jacobine Lindemann notiert: „In dem Reichenbergerschen Häuschen wurde ein gewisser Kultus mit Berthold Auerbach getrieben, der einst als Rabbinatsaspirant da gewohnt hatte“ (CAHJP Jerusalem, Inv. 1100, unpaginiert)