Gest. 29. April 1861 in Trzcianka (Schönlanke), Prov. Posen
Sohn des Simson Halevi B., Schüler von A. Eger in Mirosławiec (Märkisch-Friedland), Abr. Tiktin in Glogau und Jakob Lorbeerbaum in Leszno (Lissa), war auch in der Kabbala bewandert. 1818 Rb. in KoŸmin (Koschmin), 1829 Wahl zum Rb. in Trzcianka, nach dem Vertrag vom 6. Sept. 1835 erhielt er ein Jahresgehalt von 318 Tl., das ihm aber bis 1856 bis auf 243 Tl gekürzt wird. Als Leiter einer der letzten Jeschiwot der Prov. Posen war er unter den Talmudschülern als der „Schönlanker Raw“ bekannt.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, AHW 543b, Fasc. II, S. 30, Bewerbung in Hamburg 1851 (hebr.); B. erwähnt dort seine zahlreichen Schüler: ‘adayin qam bechoh. i lišev be’åholi šäl torah yom walaylah ‘im h. averim wethalmidim ha-maqšivim leqoli uleha‘amid talmidim hagunim. Er beherrsche das Deutsche nicht gut, lehre aber an der Jeschiwa auch klassische hebr. Stilistik, religiöse Ethik und Apologetik: limmudim bilešon s. ah. weyaqar, musar ha-œächäl ‘al pe h. aqirah ulehah. ziq ’äth ha-’ämunah ’ach ’äth zäh ’ani ’omer šä-ken bilešon la‘az ’en ’ani mevin
AP Poznañ, Ksiêgi metrykalne gmin ¿ydowskych, Trzcianka Nr. 1, S. 96f, vom 17. Dez. 1834 Tod seiner Tochter Johanna, 12, an Nervenfieber; ebd., Trzcianka Nr. 7, vom 28. Dez. 1857 Tod seiner Frau; ebd., vom 30. April 1861 Tod von „Lewin Blaschke Rabiner, beerdigt 30. April“.
Publikationen
Eine Approbation, datiert Trzcianka 1835; Löwenstein, Index, S. 105.
Bildmaterialien
Bildnis: JNUL Jerusalem, Schwadron Collection.
Literatur
AZJ 1852, S. 51, 66: er sei zwar rückständig, aber tolerant, insbes. in der Schulfrage
AZJ 1852, S. 75, seine Gedenkrede auf die verstorbenen Rb. Sal. Eger in Posen, Abel Michelson in Wałcz (Deutsch-Krone) und Schachne in Choszczno
AZJ 1858, S. 235, Tod des Sohnes von Rb. S. M. Struck, eines seiner Talmudschüler
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 56, für 707 Seelen
AZJ 1860, S. 45, bürgt für einen Elementarlehrer
Nachruf AZJ 1861, S. 282; und Israelit 1861, S. 243f: „Der Verewigte gehörte zu den wenigen Coryphäen, die noch aus der Vergangenheit in unsere Gegenwart hineinragen. Weit und breit wurde seine immense, tiefe Gelehrsamkeit bewundernd angestaunt [...] Er wußte daher von der frühesten Zeit an eine große Schülerschaar um sich zu sammeln“
Bamberger, Schönlanke, S. 18-20
Heppner und Herzberg, S. 378, 546f., 895, 939f.: „Bl. war von bescheidenem Wesen u. milden Sinnes. Er erfreute sich des Ansehens u. der Achtung der Angehörigen aller Bekenntnisse. Verkehrte er doch freundschaftl. sowohl mit dem damalig. Superintendenten, als auch mit dem Probste“