BHR Biographisches Portal der Rabbiner

SAMOTSCH, Hirsch (hebr. Zwi-H.)

  • Geb. 1740 in Zamoœæ, Polen,
  • Gest. 21. Sept. 1807 in Altona
  • Sohn des Benjamin-Baschko b. Jakob Ludmir, eines gelehrten und wohlhabenden Privatmanns, Enkel und Bruder Krakauer Oberrabbiner, lernt in Zamoœæ und heiratet 1758 Sara, die Tochter des dortigen Rb. Josef, 1766 Dajan in Tyszowce (Tischwitz), 1770 Rb. in Osoblaha (Hotzenplotz) im österreichischen, dann im benachbarten Biała (Zülz) im preuß. Teil Oberschlesiens, 1773 Rb. in Brody, wird bekannt durch seine Gesetzespolemik mit Ezechiel Landau über den „erzwungenen Scheidebrief“ und den „Boten in einer nicht statthaften Sache“, 1796 Oberrb. in Glogau, gründet dort eine bedeutende Jeschiwa, verfaßt gemeinsam mit Akiba Eger und Abr. Tiktin talmudische Abhandlungen. 1802 letzter Oberrb. der Dreigemeinde Altona-Hamburg-Wandsbek, wo er schon 1799 kandidiert hatte. Auch hier Leiter einer Jeschiwa. Seine Witwe Sara-Rachel (1752-1830) starb in Altona
  • eine Tochter heiratete Rb. Elieser Lippmann in Biała.

Manuskripte

  • Ein umfangreicher Nachlaß ist erwähnt in seiner Grabinschrift, s. u.

Publikationen

  • Nah. alath Zivh. e S. evi, Kommentar des Kompendiums von Rb. Jakob Weil über die Schächtvorschriften, Fft./M. 1784
  • Tif’äräth S. evi, Responsen, Bd. I zu OH und JD, hrsg. v. seinem Sohn Moses, Warschau 1807-1811, 81 Bl.; Bd. II zu EE, hrsg. von Issaschar Meisels, Józefów 1867, 123 Bl., mit biographischen Angaben
  • Gedenkrede über Raphael Cohen in Elieser Katzenellenbogen, Zächär S. addiq, Altona 1805 (auch bei Duckesz, ’Iwah leMošav, S. 27ff)
  • Responsen in Samuel b. Moses Pinchas [Falkenfeld], Beth Šemu’el ’Ah. aron, Nowidwor 1806, Anhang
  • Dgl. in M. S. Kohn, Bigde Kehunnah, Bl. 24v, 80v (YD Nr. 7, EE Nr. 101)
  • Halachische Korrespondenz mit Ezechiel Landau in dessen Noda‘ bIhudah, I, EE 78, 80-82 (aus Tyszowce), 57 (aus Osoblaha); II, 72
  • Dgl. mit Akiba Eger, in dessen Responsen, I, Nr. 105
  • Sechsunddreißig Approbationen, datiert Grodzisk (Grätz) 1769; Brody 1773-1786, Glogau 1789-1801, Altona 1803-1807; Löwenstein, Index, S. 205f.

Epigraphik

  • Sein Grabstein und der seiner Frau auf dem Friedhof an der Königstraße, abgeb. bei Goldschmidt, 1912, Tafel V: „Hier ist begraben unser Herr, unser Lehrer, unser Rabbiner, der Raban der ganzen Diaspora, der große und berühmte Raw und Gaon, zugleich ein ’Charif’ und ein ’Baqi’ war, ein Chassid, Kabbalist und heiliger Gottesmann, der Weise und Demütige, eine Leuchte, ein Fürst und ein Richter, der als Leiter einer Jeschiwa die Tora lagern ließ in Israel, viele noch unveröffentlichte Schriften über Talmud, Kodizes und Bibel sowie Responsen verfaßte und die Augen der Diapora erleuchtete, daß er nicht vor noch nach ihm seinesgleichen hatte noch haben wird“.

Bildmaterialien

  • Porträtkupfer von Charles Regge, Exemplar im Altonaer Museum, Inv. Nr. AB 7675; JNUL Jerusalem, Schwadron Collection; siehe Grunwald, Hamburgs deutsche Juden, S. 149; Freimark, „Porträts“, S. 44; Bauche (Hrsg.), Vierhundert Jahre, S. 209, mit Reproduktion.

Literatur

  • Gedenkrede von Hirsch Horwitz, Lah. ame Thodah
  • Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 2751
  • Graetz, Geschichte3, Bd. XI, S. 562, stellt ihn gemeinsam mit David-Tewle [Horochow] in Leszno (Lissa) als Gegner Wesselys dar (Anm. des Bearbeiters Marcus Brann: Diese Kombination sei unhaltbar, siehe Güdemann in MGWJ 19, S. 480, anerkannt von Graetz MGWJ 20, S. 465f.)
  • Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 280, 281f, teilt ihn in zwei Personen auf
  • JE XII 633
  • Dukkesz, ’Iwah leMošav, S. xxvi, 77-83 (S. 80 Erinnerung eines Schülers an die Jeschiwa in Glogau)
  • Wachstein, Mafteah. ha-häspedim, I, S. 49
  • EJ dt. III 1133f
  • Wininger V 348
  • I. Wolfsberg in Fishman-Maimon (Hrsg.), ‘Arim we’immahoth beYiœra’el Bd. II, S. 33f.; N. M. Gelber, ebd. Bd. VI, S. 59
  • Hallah. mi, H. achme Yiœra’el, S. 198
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 123, Nr. 1235
  • Louven, Wandsbek, S. 79
  • Freimark, „Entwicklung“, S. 10
  • Maier, Jüdische Religion, S. 481
  • Lucas und Heitmann, Glogau, S. 244
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 81, 117f.