BHR Biographisches Portal der Rabbiner

SONTHEIMER, Hillel Wolf

  • Geb. 18. Okt. 1748 in Sontheim bei Heilbronn,
  • Gest. 2. März 1832 in Aschaffenburg
  • Seitens seiner Mutter Rebekka Sontheim Enkel des Mannheimer Klausrb. Hillel Münz, über seine Schwester Süße Schwager von Moses Tobias Sontheim. Verheiratet mit Frommet (1750-1830), Privatgelehrter in Fürth
  • 1783 Bewerbung um die Stelle eines Unterrb. (moreh s. ädäq) in Aschaffenburg, der zugleich die Talmud-Tora-Schule des kurmainzischen Obererzstifts leiten sollte, wurde nach längeren Auseinandersetzungen mit dem Landesrb. in Mainz 1787 gewählt und nach Prüfung durch die Behörden im Sommer 1788 in sein Amt eingesetzt
  • wird 1803 seiner Gerichtsvollmacht enthoben und zum „Oberrb.“ oder „Hauptrb.“ des Fsms. Aschaffenburg ernannt. Sein Gehalt wurde 1810 auf 600 fl. festgesetzt.

Dokumente

  • Nach dem Fürther Protokollbuch hielt er im Siwan 1788 vor seiner Abreise nach Aschaffenburg eine Derascha und wurde daraufhin mit dem Morenu-Titel beehrt (Löwenstein, „Fürth“, II, S. 147 Anm)
  • StA Würzburg, M.K. ad 26, Mainzer Polizeiakten, V 831, Aufstellung eines Rb. oder Judenlehrers zu Aschaffenburg, 1781-1796; V 1915 Bitten der Judenschaft des Obererzstifts um Bewilligung eines eigenen Rb., 1784; V 2477 Klage der Judenschaftsvorsteher in Mainz gegen die Judenschaft im oberen Erzstift wegen rückständiger Beiträge zum Unterhalte des Rb., 1784; V 1275 Anstellung des Judenlehrers, 1788-1798; V 1973 Aufstellung eines Oberrb. für das Ftm. Aschaffenburg, 1803; V 742 Fonds zur Rabbinerbesoldung, 1803-1810; V 1928 Erbauung des Rabbinerhauses in der Treibgasse, das Vorburgische Haus genannt, 1804-1807; V 738 Bitte um Gehaltszulage, 1807-1808; V 1287 Gehaltsfestsetzung, 1809-1810; V 2235 Beschwerde des Oberrb. gegen einige Juden in Orb wegen unautorisierter Trauungen, 1810
  • Ebd., M.K. 32 Mz. Reg. Archiv L G 2886 Hausbau für den Rb., 1805
  • L G 3158 Ankauf des Vorburgischen Hauses, 1805
  • M.K. 46, Mz. Reg. Archiv L 627/1816 Kompetenzstreit mit dem Rb. in Mainz, 1794
  • Bericht des jüd. Gemeindevorstands über ihn; StAWürzburg, RA 7102, Bl. 46 vom 6. Okt. 1828; er habe die derzeitigen Rabbiner von Bamberg und Hürben ordiniert
  • CAHJP Jerusalem G5/90, jüd. Sterbebuch Aschaffenburg verzeichnet den Tod seiner Frau, nicht jedoch den seinen.

Literatur

  • Löwenstein, Kurpfalz, S. 139
  • Salomon Bamberger, Historische Berichte über die Juden in der Stadt und des ehemaligen Fürstbistums Aschaffenburg, Straßburg 1900, S. 43-44, 51-79
  • JE II 169
  • Löwenstein, „Fürth“, II, S. 147, und JJLG XIV S. 26
  • Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 155
  • Bewerber um das Darmstädter Landesrt. 1798; Lebermann, „Darmstadt“, S. 187
  • EJ eng. III 688. PK Bavaria, S. 410
  • Post, Judentoleranz, S. 360, 363 (über Prüfung vor dem Vizedomamt am 14. Mai 1787)
  • Körner, Aschaffenburg, S. 213f
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 31, 116, 190, 416.