Seitens seiner Mutter Rebekka Sontheim Enkel des Mannheimer Klausrb. Hillel Münz, über seine Schwester Süße Schwager von Moses Tobias Sontheim. Verheiratet mit Frommet (1750-1830), Privatgelehrter in Fürth
1783 Bewerbung um die Stelle eines Unterrb. (moreh s. ädäq) in Aschaffenburg, der zugleich die Talmud-Tora-Schule des kurmainzischen Obererzstifts leiten sollte, wurde nach längeren Auseinandersetzungen mit dem Landesrb. in Mainz 1787 gewählt und nach Prüfung durch die Behörden im Sommer 1788 in sein Amt eingesetzt
wird 1803 seiner Gerichtsvollmacht enthoben und zum „Oberrb.“ oder „Hauptrb.“ des Fsms. Aschaffenburg ernannt. Sein Gehalt wurde 1810 auf 600 fl. festgesetzt.
Dokumente
Nach dem Fürther Protokollbuch hielt er im Siwan 1788 vor seiner Abreise nach Aschaffenburg eine Derascha und wurde daraufhin mit dem Morenu-Titel beehrt (Löwenstein, „Fürth“, II, S. 147 Anm)
StA Würzburg, M.K. ad 26, Mainzer Polizeiakten, V 831, Aufstellung eines Rb. oder Judenlehrers zu Aschaffenburg, 1781-1796; V 1915 Bitten der Judenschaft des Obererzstifts um Bewilligung eines eigenen Rb., 1784; V 2477 Klage der Judenschaftsvorsteher in Mainz gegen die Judenschaft im oberen Erzstift wegen rückständiger Beiträge zum Unterhalte des Rb., 1784; V 1275 Anstellung des Judenlehrers, 1788-1798; V 1973 Aufstellung eines Oberrb. für das Ftm. Aschaffenburg, 1803; V 742 Fonds zur Rabbinerbesoldung, 1803-1810; V 1928 Erbauung des Rabbinerhauses in der Treibgasse, das Vorburgische Haus genannt, 1804-1807; V 738 Bitte um Gehaltszulage, 1807-1808; V 1287 Gehaltsfestsetzung, 1809-1810; V 2235 Beschwerde des Oberrb. gegen einige Juden in Orb wegen unautorisierter Trauungen, 1810
Ebd., M.K. 32 Mz. Reg. Archiv L G 2886 Hausbau für den Rb., 1805
L G 3158 Ankauf des Vorburgischen Hauses, 1805
M.K. 46, Mz. Reg. Archiv L 627/1816 Kompetenzstreit mit dem Rb. in Mainz, 1794
Bericht des jüd. Gemeindevorstands über ihn; StAWürzburg, RA 7102, Bl. 46 vom 6. Okt. 1828; er habe die derzeitigen Rabbiner von Bamberg und Hürben ordiniert
CAHJP Jerusalem G5/90, jüd. Sterbebuch Aschaffenburg verzeichnet den Tod seiner Frau, nicht jedoch den seinen.
Literatur
Löwenstein, Kurpfalz, S. 139
Salomon Bamberger, Historische Berichte über die Juden in der Stadt und des ehemaligen Fürstbistums Aschaffenburg, Straßburg 1900, S. 43-44, 51-79
JE II 169
Löwenstein, „Fürth“, II, S. 147, und JJLG XIV S. 26
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 155
Bewerber um das Darmstädter Landesrt. 1798; Lebermann, „Darmstadt“, S. 187
EJ eng. III 688. PK Bavaria, S. 410
Post, Judentoleranz, S. 360, 363 (über Prüfung vor dem Vizedomamt am 14. Mai 1787)
Körner, Aschaffenburg, S. 213f
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 31, 116, 190, 416.