Sohn eines rb. Gelehrten, Talmudstudien bei den Rb. Isaak Heß (Stadtlengsfeld), N. H. Kunreuther (Gelnhausen) sowie Abr. Trier und Aron Fuld (Frankfurt/M.), sodann Lehrgang am Lehrerseminar Weimar. Als Lehrer in Stadtlengsfeld tätig
1854 ausgewandert in die USA, zunächst Lehrer und Prediger in Detroit. 1861 Rb. der konservativen „Kehillat Ansche Maarab“ („Gemeinde des Westens“) in Chicago, predigt in deutscher Sprache. Während des Bürgerkriegs gegen die Sklaverei und für die Union engagiert. 1882 in den Ruhestand.
Publikationen
Fünf Reden, gehalten in der israelitischen Gemeinde Kehilas Anshe Maarab, Chicago 1866
S. e’enah ure’enah. Ein religiöses Belehrungs- und Erbauungsbuch für Frauen und Mädchen, dem Texte der fünf Bücher Moschehs folgend, Chicago 1887
Betrachtungen, dem Texte der fünf Bücher Moschehs folgend, in 182 Vorträgen, zur Belehrung und Erbauung, in Lieferungen unter dem Namen Z’ena Urëna erschienen, 2 Bde. Chicago und Frankfurt 1890
Siebenundfünfzig Vorträge über Texte, den nachmosaischen biblischen Büchern entnommen. Dritter Band des unter dem Namen Z’enah unre’nah erschienenen Belehrungs- und Erbauungsbuches, Chicago und Wien 1891
Sabbath Hours. Thoughts by Liebmann Adler, Auszüge aus den Predigten, 1893
„Mein letzter Wille“, in B. Felsenthal und H. Eliasof, History of Kehillath Anshe Maarabh, Chicago 1897, S. iv-vii
Liste von 125 veröff. Predigten bei Glanz, The German Jew in America, S. 78-84, Nr. 1192-1326.
Literatur
Lippe 1879/81, S. 5, 564
„Rabbi Liebmann Adlers Ehrentag. Der siebzigste Geburtstag eines allgemein beliebten Rabbiners“, Zeitgeist 1882, S. 37
Bernhard Felsenthal, „Liebmann Adler. Eine Gedenkrede“, The Reform Advocate, 5. März 1892; und Separatdruck
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 820f, 827
JE I 196f., mit Porträt
Meites, Chicago, S. 88, mit Porträt
EJ dt. I 879
Wininger I 71
Cutler, Chicago, S. 24f., mit Abdruck seines zu Lebzeiten veröffentlichten Testaments „My Last Will“