Sohn des Schneidermeisters und späteren Händlers Nathan A., talmudische Ausbildung, seit 1840 Hauslehrer bei dem Handelsmann Bunzl in Prag. Zwei Grammatikalklassen
um 1841 Gasthörer der Pädagogik an der Universität Prag. 1844/45 Privatist am Prager Gymnasium. Rb. der Pinkas-Synagoge in Prag und k. k. Religionsprofessor an den Prager Gymnasien und Realschulen, 16. Jan. 1870 zum Rabbinatsverweser ernannt, 1. Mai 1880 Dajan und zweiter Rb. neben Oberrb. M. A. Hirsch.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1841, Freie Gegenstände: Erziehungswissenschaft
ÖStA/AVAWien, Studien-Hofkommission 14 A, Rabbiner, vom 8. März 1846, Abweisung eines Gesuchs um private Gymnasialprüfung
ÖStA/AVAWien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865, nennt „den isr. Religionslehrer der Gymnasial- und Oberrealschulen Michael Adler“ unter den 27 böhm. Vorbereitungsdozenten für die Preßburger Landesrabbinerschule
ŽM Prag, Nr. 128.402, S. 1422-1502, Personalakte für „Rabbinats-Assessor Michael Adler“.
Publikationen
„Hat das jüdische Recht den Zeugeneid?“, Abendland 1866, S. 2
„Erklärung einer talmud. Stelle“, ebd., S. 131f, 138.
Literatur
Neuzeit 1864, S. 3; „die jungen Studirenden, welche früher den Religionsunterricht als ein Onus betrachteten, verfolgen den Unterricht des Hrn. Adler, den er ebenso geistreich wie gewissenhaft ertheilt, mit Lust und Liebe; seine Exhorten bilden eine Sammlung homiletischer Vorträge und lassen es bedauern, daß er aufgehört hat, ein Kanzelredner zu sein“
Nachruf Neuzeit 1889, S. 116: „ein bedeutender Mann der jüdischen Wissenschaft, eine markante, stadtbekannte Erscheinung“.