Sohn von Benno J. und Helene, geb. Stein. Gymnasium in Dortmund, Aufnahme eines Jura-Studiums in Bonn, nach einem Jahr Wechsel auf die Rabbinerlaufbahn, Semitistik-Studium in Berlin und Breslau, HWJ Berlin und 1920-1924 JTS Breslau
Mitglied der von seinem Vater gegründeten Studentenverbindung Viadrina und der Amicitia des JTS. Promotion 26. Nov. 1921 und Rabbinerexamen 1923/24 in Breslau. 1924 Rb. in Saarbrücken. 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts-Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. 1928/29-1938 Bezirksrb. in Augsburg. Nov. 1938 KZ Dachau, nach Freilassung Emigration nach England mit Unterstützung durch Verwandte, Jan. 1940 Emigration in die USA. Im 2. WK Geistlicher am “O’Reilly General Hospital and Medical Center for Federal Prisoners” in Springfield, MO
seit 1943 Rb. der United Hebrew Conregation in Springfield. Prof. für Geschichte am Dury College, Springfield
Hauptvorstand des “Community Chest Board” und des “Red Cross Board”
Mitglied der “Missoury Community on Human Rights”. Ende 1968 in den Ruhestand. Sein Sohn, Prof. Dr. Walter Jacob (geb. 1930), amtierte 40 Jahre als Rb. in den USA
seit 1989 Präsident des internationalen Solomon B.Freehof Institute for Progressive Halakhah, 1990-1994 Vizepräsident der World Union for Progressive Judaism, 1992-1994 Präsident der Central Conference of American Rabbis (CCAR), Mitglied im Aufsichtsrat des Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion. Mitte der 90er Jahre OR der Liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom in München
1999 Gründer und fortan Präsident des Abraham Geiger Kollegs Potsdam, Senior Scholar der Gemeinde Rodef Shalom in Pittsburgh
Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und des Päpstlichen Gregoriusordens, 2005 Verleihung des Israel-Jacobson-Preis der Union progressiver Juden in Deutschland.
Dissertation
Die altassyrischen Gesetze und ihr Verhältnis zu den Gesetzen des Pentateuch, Diss. Breslau 1921 (ebd. 1921/Stuttgart 1925).
Dokumente
SSDI.
Publikationen
„Ein ägyptisches Weisheitsbuch“, CVZ 28.08.1924 (Jg. 3, Nr. 35)
„Seit wann ist Hebräisch eine tote Sprache“, CVZ 13.03.1925 (Jg. 4, Nr. 11)
„Walter Rathenau als Deutscher und Jude in seinen Briefen und Schriften“, Der Morgen 2 (1926/1927), S. 603-610 und 3 (1927/1928), S. 45-56
„Das Problem der Strafe im Judentum“, JLZ 15.01.1930 (Jg. 10, Nr. 3), S. 1f
„Neue Literatur über Paulus und das Urchristentum“, MGWJ 75 (1931), S. 328-335
Israelitische Religionslehre, 1933 (rez. in JLZ 02.02.1934; L. Baerwald, CVZ 26.04.1934 [Jg. 13, Nr. 17]; Israelit 05.07.1934 [Jg. 75, Nr. 27], S. 13)
Ein Gruß aus der Heimat! Predigten an den hohen Feiertagen in der Synagoge zu Augsburg, 1934 (?)
„Freiheit durch Bindung. Pessachbetrachtung“, CVZ 29.03.1934 (Jg. 13, Nr. 13), S. 1
„Verlorenes Glück? Betrachtungen zum Jom Kippur 5697“, CVZ 24.09.1936 (Jg. 15, Nr. 39), S. 7
Rezension von Paul Volz, Die Eschatologie der jüdischen Gemeinden im neutestamentlichen Zeitalter, Tübingen 1934, in CVZ 21.01.1937 (Jg. 16, Nr. 3), S. 14
„Die zweiten Hundert“, CVZ 01.07.1937 (Jg. 16, Nr. 26), S. 5
„Neues assyrisches Material für das Verständnis der Gesetze des Pentateuch“, MGWJ 82 (1938), S. 86-89
Rezension von Nachum Norbert Glatzer, Geschichte der talmudischen Zeit, Berlin 1937, in CVZ 14.04.1938 (Jg. 17, Nr. 15), S. 4
“Life and Work of Benno Jacob”, Paul Lazarus Gedenkbuch. Beiträge zur Würdigung der letzten Rabbinergeneration in Deutschland, 1961, S. 93-100
“The Torah scholarship of B. Jacob”, Conservative Judaism 15 (Sum 1961), S. 3-6
„Benno Jacob als Rabbiner in Dortmund“, Hans Ch. Meyer (Hrsg.), Aus Geschichte und Leben der Juden in Westfalen, 1962, S. 89-92
Path of Faithfulness (Hrsg. Walter Jacob), Pittsburgh 1964
An meine Gemeinde in der Zerstreuung. Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941 – 1949, hrsg. und bearb. von Gernot Römer, Augsburg 2007. Übersetzte und bearbeitete den Genesis-Kommentar seines Vaters Benno Jacob ins Englische: First Book of the Bible. Genesis, New York 1974; 2. Auflg. 2007
Artikel über „Christentum“ und „Antisemitismus im Mittelalter“ in der EJ
Mitarbeiter der Universal Jewish Encyclopedia
Redigierte 1941-1949 einen Rundbrief für ausgewanderte Augsburger Gemeindemitglieder.
Bildmaterialien
An meine Gemeinde in der Zerstreuung (...), S. 20.
Literatur
CVZ 23.09.1927 (Jg. 6, Nr. 38), S. 540
JLZ 11.09.1929 (Jg. 9, Nr. 37), S. 4, zur Amtseinführung in Augsburg
Meyer, Geschichte und Leben, 1962, S. 267
Kisch, Breslauer Seminar, S. 420
PK Bavaria, S. 589-591
BHE 1, S. 323
Walk, Kurzbiographien, S. 168
Marx, Saarland, 1992, S. 162
Walter Jacob, „Ein Rabbinat in dunklen Stunden. Ernest I. Jacob 1899-1974“, An meine Gemeinde in der Zerstreuung. Die Rundbriefe des Augsburger Rabbiners Ernst Jacob 1941 – 1949, hrsg. und bearb. von Gernot Römer, Augsburg 2007, S. 5-19.