Sohn des Viehhändlers Magnus van der Zyl und der Lisette, geb. Scheier
Religionslehrerdiplom am Lehrerseminar in Münster, Lehrer am Philanthropin in Frankfurt am Main
Univ. Berlin und HWJ
1927 Prediger in der Jüd. Gemeinde Berlin, Neue Synagoge Oranienburger Straße
1931 Heirat, 4. Juni 1932 Promotion in Gießen, 1933 Rabbinerexamen in Berlin. 1933-1936 Prediger und Religionslehrer in Berlin-Weissensee, 1935-1938 Rb. an der Neuen Synagoge Berlin. 1937-1938 Religionslehrer an der Oberschule Wilsnacker Straße 3 (gegr. 1937) der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Mitglied der Studentenorganisation „Kameraden“, 1938 Emigration nach England. 1939 Rb. im Durchgangslager Richborough (Kitchener Camp), Mitglied von “The Association of Jewish Refugees”
wirkte an der “West Central Liberal Synagogue“ in London. 1943-1958 Rb. der North Western Reform Synagogue London. In den 40er Jahren für “The Movement for the Care of Children“ im Woburn-House in London (Heim für kriegsbedingt von ihren Eltern getrennte Kinder) tätig. 1956 Mitbegründer, erster Direktor und Ehrenpräsident des Jewish Theological Seminary (des späteren Leo Baeck College) in London. 1958-1968 Senior Rabbi der West London Synagoge. Mitglied der „Reform Synagogue of Great Britain“, Vorsitzender ihrer Rabbinerversammlung und ihres Hauptausschusses für Erziehung
Vizepräsident der World Union for Progressive Judaism (WUPJ)
Vorstandsmitglied der AJR. Zog nach der Pensionierung 1968 mit seiner Frau nach Mallorca, 1972 Gründer und ehrenhalber Rb. der „Communidad Israelita de Palma de Mallorca“, der ersten jüdischen Gemeinde auf Mallorca seit 500 Jahren. 1981-1982 erster Rb. der liberalen Gemeinde Or Chadasch in Zürich
am 4. Sept. 1982 führte er seinen ehem. Schüler Harry M. Jacobi als Nachfolger ein. Seine Frau Anneliese, geb. Less, eine Musikerin, feierte am 27. März 1999 ihren 90. Geburtstag
die britische Schauspielerin Nikki (Monica, geb. 1935) van der Zyl (“The Voice of the James Bond Girls“) ist beider Tochter.
Dissertation
Die Ethik des ästhetisch-ethischen Formalismus in der Darstellung J. Fr. Herbarts und H. Steinthals, Diss. Gießen 1932.
„Gedanken zur Schulfrage“, CVZ 19.02.1926 (Jg. 5, Nr. 8)
„Vom Ili-Berlin”, JLZ 16.12.1927 (Jg. 7, Nr. 50), S. 10
„Wie lesen wir Hagadah?“, JLZ 17.04.1935 (Jg. 15, Nr. 15/16), S. 3
„Wir erzählen von Pessach. Befreiung und Freiheit“, Gemeindeblatt (Berlin) 05.04.1936
„Das Februarheft des ‚Morgen’“, CVZ 03.03.1938 (Jg. 17, Nr. 9), S. 11f
„Bibel in der Zeit“, CVZ 02.06.1938 (Jg. 17, Nr. 22), S. 8
Rezension von Moritz Zobel, Gottes Gesalbter. Der Messias und die messianische Zeit in Talmud und Midrasch, Berlin 1938, in CVZ 06.10.1938 (Jg. 17, Nr. 40), S. 4
„Schrift und Bild“, Gemeindeblatt (Berlin) 16.10.1938
“The Leo Baeck College - a short history”, European Judaism. A journal for the new Europe 1985 (Jg. 20, Nr. 2/1), S. 10-20.
Epigraphik
Beerdigt 13. April 1984 auf dem Hoop-Lane-Cemetery in London.
Bildmaterialien
Liselotte Hagenah, Geschichte der Juden in Schwerte, 1988, S. 108
Neue Synagoge Berlin, 1995, S. 97.
Literatur
Wegweiser, 1937, S. 19
Who, 1965, S. 1007
Reform Judaism. Essays on Reform Judaism in Britain, dedicated to Rabbi Werner van der Zyl, hrsg. von Dow Marmur, London 1973; darin u. a. S. vii-xiii, Gerhard Graf, “The Influence of German Rabbis …”, S. 157f. u. Ellen Littmann, “The First Ten Years …”, S. 160ff
BHE 1, S. 779
Heuer, Bibliographia 3, S. 252
Peter Kaufmann, IW 20.04.1984
E. G. Lowenthal, „In memoriam Werner van der Zyl“, Aufbau 27.04.1984
Walk, Kurzbiographien, S. 373
Josef Wilkes, in Liselotte Hagenah, Geschichte der Juden in Schwerte, 1988, S. 107-111