Geb. 12. Mai 1872 in Neustettin (Szczecinek), Pommern,
Gest. 5. April 1943 im Ghetto Theresienstadt.
1891-1897 HWJ und Univ. Berlin. 1900- 1939 liberaler Landesrb. in Dessau, Anhalt
führte trotz des liberalen Charakters seiner Gemeinde einen orthodoxen Lebenswandel, gestaltete besonders den Gottesdienst feierlich aus und machte sich durch Talmud- und Neuhebräischkurse um die Bildung verdient. Mitglied im Landesverband der „Anhaltinischen Israelitischen Cultusgemeinden“ und der „Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände des Deutschen Reichs“
ab 1925 Präsident der Anhalt-Loge, Dessau
Kurator der lokalen jüdischen Stiftungen. Argumentierte als Mitarbeiter der CVZ gegen die diffamierenden Äußerungen des Hofpredigers Bindemann in Dessau (CVZ 27.03.1924, S. 142): „Wir leben in einer Zeit höchster Spannung, in der gar leicht Leidenschaften entfesselt werden können. Gerade darum aber muß man mit Aeußerungen, die verletzend oder verhetzend wirken können, um so vorsichtiger sein, zumal wenn man an so exponierter Stelle steht, wie Sie, sehr geehrter Herr Hofprediger.“ 28. Juli 1942 von Berlin nach Theresienstadt deportiert.
Publikationen
„Der wahre jüdische Geist. Ein offener Brief von Landesrabbiner Dr. Walter (Dessau)“, CVZ 27.03.1924 (Jg. 3, Nr. 13), S. 141f
„Das rituelle Schächten“, JLZ 31.07.1925 (Jg. 5, Nr. 31), S. 3. 1925-1935 Hrsg. des Gemeindeblattes für Anhalt und Umgebung.
Bildmaterialien
Ost und West 7 (1907), S. 709
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, Fotoseite 28.
Literatur
GB 04.09.1891 (Jg. 55, Nr. 36), S. 4
Ost und West 7 (1907), S. 709
CVZ 27.03.1924 (Jg. 3, Nr. 13), S. 141f
JLZ 18.09.1925 (Jg. 5, Nr. 38), S. 6, zum 25jährigen Amtsjubiläum