BHR Biographisches Portal der Rabbiner

COSSMANN, Julius-Jona, Dr.

  • Geb. 30. Dez. 1816 in Dessau,
  • Gest. 27. Jan. 1855 in Mirosławiec (Märkisch-Friedland), Prov. Westpreußen
  • Sohn des Hofagenten Cossmann Rieß und der Rösgen Schönig, Schüler von Talmudlehrer Falk an der theologischen Seminarklasse der Franzschule in Dessau, sodann weitere Talmudstudien bei Rb. Sabel Egers in Braunschweig. 4. April 1837 imm. Berlin, zwei Jahre Studium
  • 21. Feb. 1841 prom. Leipzig. 1842 aus Dessau Bewerber um die Oberlehrerstelle am Kasseler Seminar, wechselt im selben Jahr nach Kutuzovo (Schirwindt) an der ostpreußischen Grenze zu Rußland, lebt als Privatgelehrter in Königsberg. 1847 Rabbinatsverweser und Religionslehrer in Mirosławiec. Seit 1853 erkrankt.

Dokumente

  • LA Oranienbaum, Abt. Dessau, C 15, Nr. 57, mit Brief seines Vaters vom 22. Nov. 1838; Beschreibung seines Ausbildungsgangs und Anmeldung zur Bewerbung um das Dessauer Rt
  • AHU Berlin, Matrikel, Rektorat Nr. 27, Nr. 387
  • UA Leipzig, Pro-Cancellar-Buch der Philosophischen Fakultät, B 128a, S. 145, Promotionseintrag
  • GStA Berlin, Rep. 76-III, Sekt. 1, Abt. XIIIa, 1b, Gutachten der Regierung Gumbinnen vom 4. Januar 1844 erwähnt seine Tätigkeit als Rabbinatskandidat in Kutuzovo; er sei im Regierungsbezirk der einzige, „welcher die Funktion eines Rabbiners vertritt und von der dortigen Judenschaft besoldet wird“; Text bei Jehle, Enquêten, Bd. II, S. 753
  • CJA Berlin, 75 A Ma 1 Nr. 17, fol. 120, Übersendung der Zeugnisse; ebd., 75 A Ma 1 Nr. 10, fol. 84, provisorische Anstellung für zwei Monate lt. Beschluß vom 24. Okt. 1847; ebd., fol. 86 Erlaubnis zum Unterricht in der Gemeindeschule, 20. Jan. 1848; ebd., fol. 95 mit provisor. Verlängerung des Vertrages bis zum 1. Aug. 1848.

Publikationen

  • Mitarbeiter am Orient (1841, in Dessau, 1842, 43 in Kutuzovo), u. a. Rezension von Heinr. Rhode, Über den Unsterblichkeitsglauben der alten Hebräer, LdO 1841, S. 199-203
  • Mitarbeiter an Frankels ZRIJ
  • Pentateuchübersetzung in hebr. Lettern, in Hirsch Meklenburg, Ha-Kethav weha- Qabbalah, 2. Aufl. in 5 Bd. Königsberg 1853.

Literatur

  • Orient 1846, S. 8, nennt ihn als Kandidaten für das Dessauer Rabbinat
  • Orient 1848, S. 27f, über seine provisorische Einstellung in Mirosławiec
  • AZJ 1849, S. 391f
  • AZJ 1852, S. 226, neuorthodoxe Tendenz seiner Predigten
  • Nachruf AZJ 1855, S. 140
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 747
  • Bernhard Lindenberg, Geschichte der Israelitischen Schule zu Märkisch-Friedland, S. 38ff
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 94, 345, 404.