BHR Biographisches Portal der Rabbiner

ELLINGER, Leo, gen. Löb SCHNADIG (Schnaittach)

  • Geb. 1772 in Mainz,
  • Gest. 1. August 1847 das
  • Sohn des Joseph-Jospa E., Privatgelehrter, seit 1808 Dajan in Mainz und Talmudlehrer an der Jeschiwa. Von seiner ersten Frau Therese Creizenach (1786-1863, Schwester des Pädagogen Michael C.) trennt er sich nach dem ersten Kind und heiratet die verwitwete Sara Schnapper aus Bingen (1784-1857). Nach dem Tod des Mainzer Oberrb. Herz Scheuer wird er 18. Okt. 1822 von der Gemeinde in dessen Funktionen eingesetzt, offiziell als „provisorischer Rabbiner“ oder Rabbinatsverweser
  • bis 1830 teilt er das Amt mit Abraham Moch. Hatte als Jeschiwaleiter noch bis ca. 1830 „viele Schüler“. Muß nach 1841 einen Prediger neben sich dulden und an dessen Konfirmationen teilnehmen. Orthodox
  • unterzeichnet 1844 gegen die Rb.-Versammlung.

Dokumente

  • AN Paris, F 19/1840, vom 18. Mai 1808: Als „Ellinger, Loeb, 36“ unter den fünf Mainzer Rb. in der Erhebung des dortigen Präfekten über den isr. Kultus
  • StadtA Mainz, 50/887, Eintrag Nr. 84 (Hausnr. D 374), Familienbuch
  • StadtA Mainz, 70/1406, vom Juni 1843, zurückgewiesene Beschwerde des Schächters Bernhard Lorsch, dem E. wegen liederlichen Lebenswandels die Lizenz entzogen hatte.

Manuskripte

  • Schülermitschriften aus seinem Unterricht an der Jeschiwa: Jerusalem JNUL 8° 2422 von 1813-1819; Los Angeles 828 bx 6.7 von 1818-1820, 46 Bl. [IMHM 32568]; Mainz, Jüd. Gemeinde, cod. 14, 9 Bl
  • CAHJP Jerusalem, P 46, heb. Schreiben an seinen Schüler Sal. Herxheimer, nun Rb. in Eschwege, vom Adar 5590 (Frühjahr 1830)
  • StadtA Mainz 70/1406 vom Januar 1845, dt. Schreiben an den Mainzer Bürgermeister mit Darstellung seiner Amtsfunktionen.

Publikationen

  • Anfrage in Hamburger, Œimlath Binyamin, I 56v
  • Hebr. Sendschreiben gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qena’uth, Amsterdam 1845, Nr. VII, Bl. 10v-11r
  • Eine Approbation, datiert Mainz 1843; Löwenstein, Index, S. 56.

Epigraphik

  • Grab auf dem alten jüd. Friedhof in Mainz, wo er als letzter Rb. bestattet wurde; Vest, Mainz, S. 59.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).

Literatur

  • Nachruf in der Zeitung Der Rheinische Telegraph, 1848, Nr. 62, S. 248
  • JE V 141 (zitiert eine biographische Studie von E. Carmoly, vielleicht handelt es sich um einen von dessen Beiträgen zum Israelit)
  • Löwenstein, „Rabbiner in Mainz“, S. 239
  • Grünfeld, Bingen, S. 30
  • Levi, Magenza, S. 66f, danach starb er am 9. Ab 5606 (1846)
  • Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 77; Bd. II, S. 13, 20
  • Lowenstein, „The 1840s“, S. 280
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 166
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 112f, 185, 187, 199.