BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FALKENAUER, Josua Moses

  • Geb. 20. Mai 1774 in Fürth,
  • Gest. 27. Mai 1829 das
  • Sohn des Buchhändlers Seckel Bär F. und der Lea Rappaport, einer Tochter des Wallersteiner Rb. Zwi- Hirsch R. Schüler von Oberrb. Meschullam Salman Kohn und Jeschiwalehrer Moses Hechheimer in Fürth. 23. Aug. 1798 Heirat mit Hanne Stetten (st. 1812), Tochter des Gemeindevorstehers Joseph S. Lebt vom Handelsberuf, nach Konkurs als Juwelier eröffnet er ein Glas- und Spiegelgeschäft. 1804 Dajan in Fürth und Dozent an der Jeschiwa, als wohlhabender Mann bezog er kein Gehalt. Er sollte 1825 zum Staatsexamen vorgeladen werden
  • nach längeren Auseinandersetzungen aber wurden die drei Fürther Dajanim am 16. Nov. 1826 „mit Rücksicht auf den ihnen von dem Stadtmagistrate bezeugten guten und musterhaften Lebenswandel ohne weitere Prüfung in der Ausübung ihres bisherigen Berufs [...] bestätigt“. Seine beiden Töchter Jette und Rosalie heiraten die badischen Rb. Geismar und Friedberg.

Dokumente

  • StA Nürnberg, JM 100, Isr. Trauregister Fürth
  • StA Nürnberg, RA 1932, Tit. 13, Nr. 651, Bd. I, Bl. 13v-14r, vom 2. Nov. 1820, Beschreibung einer Lehrveranstaltung an der Jeschiwa durch den Ansbacher Schulrath J. G. Nehr (Text bei Wilke, „Lokaltermin“, S. 6), dem zufolge F. schlechtes Deutsch spreche und konfus vortrage, aber gern mit seiner Gelehrsamkeit prahle und „ein Kauterwelsch von verdorbenen lateinischen grammatikal. und andern Kunstwörtern einmischte“
  • Ebd., Bl. 32v: Stadtkommissär Zehler über ihn: ein scharfsinniger Mann, sammelt als ostentativer Eiferer die orthodoxe Partei um sich, ist aber ohne Anhang bei den Jüngeren und Fortschrittlichen, da ihm alle äußere Würde abgehe. Man könne sich seinen Ehrgeiz zunutze machen, zumal er mit seinem Kollegen Wolf Hamburger notorisch verfeindet sei. Das ist wohl richtig beobachtet, denn Hamburger korrespondiert nie mit ihm
  • StA Nürnberg, RA 1932, Judensachen Nr. 211: In der Judenmatrikel erscheint er als „Juwelier“
  • CAHJP Jerusalem, G5/1037/I, S. 21, Nr. 132, Sterbereg. der isr. Gemeinde Fürth, gibt den Beruf als „Rabbiner“ an.

Manuskripte

  • Leichenpredigt auf M. S. Kohn, siehe Hamburger in Qol Bochim, Bl. 14r
  • Gutachten vom 4. Mai 1823 über Talmudunterricht (StA Nürnberg, RA 1932, Tit. 13, Nr. 651, mit W. Hamburger).

Publikationen

  • Eine Approbation, datiert Fürth, 1829; Löwenstein, Index, S. 59.

Literatur

  • Moses Hechheimer, Œafah Berurah, Fürth 1790, nennt ihn im Subskribentenverzeichnis als seinen Schüler in Fürth
  • Neuer Nekrolog der Deutschen, 1829
  • Das Subskribentenverzeichnis der Fürther Talmudausgabe (1832) nennt ihn als Rabbinatspräses
  • Löwenstein, „Fürth“, II, S. 87f; „Fürth“, III, S. 79: Er wird in M. Kohns Siyyum-Predigt von 1791 unter den Schülern genannt
  • Nach K. Kohler, David Einhorn Memorial Volume, S. 408, habe bei der Gegnerschaft Hamburger-Falkenauer auch die Modernisierungsfrage eine Rolle gespielt: „Only R. J. M. F., a profound thinker, who often regretted his lack of modern training, welcomed back his favorite pupil as the man of the future“
  • Henry Frænkel, „The Frænkel Familiy“, in: Frænkel, Genealogical Tables, Bd. II, Blatt Aa; danach war seine Mutter eine Tochter des würzburgischen Landesrb. Löb Rappaport
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 108, 134, 138, 362, 364f, 371f, 374, 381- 385.