heiratete Jette Falkenau (1799-1861), eine Tochter des dortigen Dajan Josua Moses F. Rabbinatsdiplome aus Fürth und Karlsruhe
um 1820 versah G. unentgeltlich das Rabbinat in Breisach
um 1824 wurde er Bezirksrb. in Eppingen, Baden. März 1827 Bezirksrb. in Sinsheim. 1830 Bewerber in Fürth. Seit 1848 Mitglied der Religionskonferenz beim Oberrat der Israeliten Badens. Führt Synagogenchor und gemäßigt liberale Kultusreformen ein, lehnt jedoch die Orgel ab. 1874 ging er in den Ruhestand, vermutlich zu seinem Sohn, dem Rechtsanwalt Joseph Geißmar in Mannheim. Seine Enkelin war die in Auschwitz ermordete Ärztin Johanna Geißmar (1877-1942).
Dokumente
CJA Berlin, 75 A Br 6, Nr. 6, Personalakte aus Breisach
GLA Karlsruhe, 390/1320 und 390/4793, Geburtsregister aus Eppingen und Sinsheim, verzeichnen 1821-1843 die Geburt von zwölfen seiner Kinder; der Name ist hier „Geißmer“ buchstabiert
CAHJP Jerusalem, D/Ba 28,22 mit dem Text eines von ihm für Julius Fürst ausgestellten Rabbinatsdiploms
CJA Berlin, 75 A Ka 1 Nr. 78, fol. 1 vom 5. Sept. 1874, Antrag auf Pensionierung nach 50jähr. Dienstzeit; als Betreuer des Rts. wird Dr. Sondheimer eingesetzt.
Literatur
IA 1840, S. 38, führt den vom Oberrat verlangten Choralgesang in den Synagogen ein
AZJ 1840, S. 91; IA 1840, S. 267, gründet Lehrer-Gesangverein
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 362, 368, im Mannheimer Kultusstreit sprach er sich gegen die Orgel, aber für das Reformgebetbuch aus
Rosenfeld, „Talmudschule“, S. 86, erwähnt neben dem Dajan Falkenau einen „David b. Morum Breisach“ 1791 unter den Hrsgg. einer hebr. Rede von M. S. Kohn
Wilhelm Bauer, „Die ehemalige jüdische Gemeinde von Sinsheim. Ihre Geschichte und ihr Schicksal“, Sinsheimer Hefte 10 (November 1995), S. 25-28. Zitiert S. 25 das Urteil von G.s Schwiegertochter Clara Regensburger (1862) über die Sinsheimer Synagogenmusik: „Die verschiedenen Stimmen trafen nicht den richtigen Ton, eine Orgel existierte nicht, um helfend zu berichtigen; ich hatte Mühe, das Lachen zu unterdrücken“