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BROD, Samuel,

Geb. 1771,
Gest. 21. Nov. 1852 in Heřmanùv Mìstec (Hermanmestetz), Ostböhmen
Erwarb sich als erster böhmischer Rb. die durch das Patent von 1797 verlangten Zeugnisse über das Studium der philosophischen Wissenschaften, Naturrecht und Ethik. 4. Aug. 1814 ernannt zum Kreisrb. des Czaslauer Kreises mit Sitz in Polná, Ostböhmen; am 8. Mai 1824 wird sein Sprengel um den Chrudimer Kreis erweitert. Dorthin verlegt er in der Folge seinen Sitz, und zwar nach Heřmanùv Mìstec, wo er die erste deutsche Schule der Gemeinde gründet (nach anderer Quelle könnte er um 1841 in „Petschkau“ residiert haben). Seine Frau Sara (1779-1852) starb wenige Tage nach ihm.

BRODA, Abraham,

Geb. in Bad Mergentheim,
Gest. 26. Feb. 1790 ebd
Enkel des gleichnamigen Frankfurter Oberrabbiners, ältester Sohn des Salomon B. (gest. 1742) und der Besle, um 1760 Talmudstudium in Frankfurt, 8. Mai 1764 ordiniert von dem markgräflich-badischen Oberlandrb. Nathanael Weil in Karlsruhe, als Nachfolger seines Vaters am 12. Sept. 1764 eingesetzt zum Oberlandrb. der Judenschaft im Tauber- und Neckarkreis des Deutschritterordens mit Sitz in Bad Mergentheim.

COHEN, Raphael,

Geb. 4. Nov. 1722 in Druya (Druja) an der Düna, Weißrußland,
Gest. 11. Nov. 1803 in Altona
Sohn des livländischen Landesrb. Jekutiel-Süßkind C. und der Bunia, 1734 zur Jeschiwa des Lion Asser gen. Ša’agath ’Aryeh in Minsk, 1736 Rückkehr in seine Heimatstadt und Heirat mit Tamar (gest. 1808) aus der Nachkommenschaft des Me’irath ‘Enayim, Josua b. Alexander Hakohen Falk von Lublin (lt. Tamars Grabstein währte die Ehe 68 Jahre und wurde folglich im Kindesalter geschlossen; lt. Duckesz heirateten die Brautleute erst als Achtzehnjährige). Nach sechs Jahren als Geschäftsmann und asketischer Privatgelehrter 1742 Nachfolger seines Lehrers als Jeschiwaleiter in Minsk, dann Oberrb. in Rakov mit zahlreichen Schülern, 1747 Rb. und Schulhaupt in Ukmerge (Wilkomierz), Litauen, 1757 Bezirksrb. in Smilovichi (Smilowitz) mit Zuständigkeit für die vierzig Landstädte und mehrere Hundert Dörfer des Minsker Oberlands, 1763 Oberrb. in Pinsk, reist 1771 zum Druck seiner Bücher nach Berlin und wird dort bekannt, allerdings nicht auf das Oberrt. berufen (nach anderer Version soll er einen Ruf abgelehnt haben), sechs Jahre lang Oberrb. in Posen, 1776 Oberrb. in der Dreigemeinde Altona- Hamburg-Wandsbek sowie der schleswig-holsteinischen Judenschaft. Zeugen seiner Predigten rühmten, daß er „aus dem Innern seines weisen Herzens einen reinen moralischen Vortrag hielt, der auf das Gemüth seiner Zuhörer so wunderbar wirkte, d[aß s]ie erschüttert in Tränen zerflossen“ (AZJ 1845, S. 193). Die von C. und den Gemeindeältesten ausgeübte strenge Kirchenzucht führt 1781-1782 zum Konflikt mit der Hamburger Gemeinde, der zufolge C. „sich erdreiste in Höchstdero Staaten ein Inquisitionsgericht aufzurichten und sich einer päpstlichen Gewalt anzumaßen“. C. wird am 8. Mai 1782 der Große Bann, später weitere Zwangsmittel entzogen; woraufhin er zum 4. Juli 1799 das Amt niederlegt und fortan von sechs Hausvätern ernährt wird. Er plante seine Auswanderung nach Jerusalem, konnte dieses Vorhaben wegen der napoleonischen Kriege aber nicht durchführen. War durch Heirat seiner Tochter mit dem Sohn des Öttinger Landesrb. der Großvater des liberalen Politikers Gabriel Rießer (1806-1863).

FAHRENBACH, Henoch Joseph, Dr., auch Heinrich F.,

Geb. 18. Dez. 1810 in Detmold,
Gest. 5. Okt. 1872 das
Sohn des Detmolder Rb. Abraham F. und der Sara Henoch, väterlicherseits Enkel des Würzburger Oberrb. Löb F., mütterlicherseits des Gelnhauser Rs. Henoch Levi. August 1828 bis August 1829 an der Jeschiwa in Würzburg als Schüler von Oberrb. Abraham Bing; 22. Apr. 1830 imm. als cand. phil. an der Universität Würzburg und vier Semester Studium das., 21. Aug. 1833 imm. Berlin, hört u. a. bei Hengstenberg. 8. Mai 1835 Abgang von der Universität; 18. Feb. 1836 prom. Leipzig. Hauslehrer in Inowrocław (Inowrazlaw), Prov. Posen, 19. Jan. 1837 Probepredigt in Bydgoszcz (Bromberg), dann wieder in Berlin, 2. Nov. 1837 rb. Ordination von Sutro (Münster), Lehrer in Warendorf, Westf.; als Nachfolger seines Vaters 1844 Landesrb. des Fsms. Lippe in Detmold, zunächst mit dem traditionellen Titel eines „Vizerabbiners“. 15. Juli 1845 Heirat mit Fanny Meyer, Tochter des Mühlenbesitzers Ruben M. zu Paderborn. Nach seinem Tod wird das Landrabbineramt nicht mehr neu besetzt.

FLEGENHEIMER, Simon Lazarus,

Geb. ca. 1723 in Flehingen,
Gest. 8. Mai 1793 in Darmstadt
Sohn des Isaak, Schüler von Jonathan Eibeschütz (in Metz?), 1751 Landesrb. des Schwarzwaldkreises des Deutschen Ordens mit Sitz in Mühringen, 1771 Landesrb. in Darmstadt.

FRANKEL, Zacharias, Dr.,

Geb. 30. Sept. 1801 in Prag,
Gest. 13. Feb. 1875 in Breslau
Ältester Sohn des Koppelmann F., Abkömmling der bedeutenden Rabbinerfamilien Fränkel aus Wien und Spiro aus Prag, und der Esther Fischels, einer Tochter des Leiters der Prager Gemeindejeschiwa Löb Fischels. Studien in Prag bei Feitel Bondy und an der Jeschiwa von Bezalel Ronsburg, nach der rb. Ordination zunächst Ausbildung für den Handelsberuf, 1825 zum Gymnasium nach Pest, Ungarn, 1827 Matura und Imm. an der Pester Universität, u. a. Studium bei Ludwig v. Schedius, 15. Nov. 1831 prom. das., 29. Dez. 1831 ernannt zum Leitmeritzer Kreisrb. mit Sitz in Teplice (Teplitz), Nordböhmen, als erster akademisch gebildeter Rb. der k. u. k. Monarchie. Tritt sein Amt am 26. April 1832 an, zwei Tage nach seiner Heirat mit Rachel-Rosa Mayer (st. 1872), Tochter des Bankiers Emanuel M. aus Teplice. Durch seine Gottesdienst- und Schulreformen erwirbt er sich am Ort „heftige Feinde“. Mai 1836 königlich-sächsischer Landesrb. in Dresden, dort 8. Mai 1840 Einweihung der Synagoge. Lehnt 1843 einen Ruf auf das Berliner Oberrt. ab, Teilnehmer der 2. Rb.-Versammlung, mit seinem Brief vom 18. Juli 1845 trennt er sich definitiv von der Reformbewegung und wird zum Gründer der „positiv-historischen Schule“ im Judentum mithin zum „ideologischen Vater des gegenwärtigen konservativen Judentums“ (M. A. Meyer). Im Orient 1846, S. 149-151, veröffentlicht er einen Aufruf an die Gleichgesinnten zu einer „Theologen-Versammlung“ in Berlin. Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1848, Nr. 225). August 1854 erster Leiter des „Jüdisch-theologischen Seminars Fraenckel’scher Stiftung“ in Breslau. Das ihm angebotene Prager Oberrt. lehnt er 1869 aus Altersgründen ab. Zum 70. Geburtstag ehrt ihn der dt. Kaiser mit dem roten Adlerorden 4. Klasse und die k. u. k. Monarchie mit dem Ehrentitel eines Hofrats.

GOLDSCHMIDT, Abraham Meyer, Dr.,

Geb. 2. Apr. 1812 in Krotoszyn (Krotoschin), Großpolen,
Gest. 5. Feb. 1889 in Leipzig
Sohn des Rb. Israel G. und der Rebekka Benas, aus armen Verhältnissen, erzogen von seinem Großvater mütterlicherseits, einem Mendelssohn-Schüler. 1826 zum Talmudstudium nach Breslau, 1829 zweiter Lehrer an der jüd. Volksschule in Krotoszyn, danach Rückkehr nach Breslau und Besuch des Elisabethengymn.; 1835 imm. Breslau, 8. Mai 1839 imm. Berlin, 28. März 1840 prom. Jena. Arbeit als Hauslehrer bei Kaufmann Adler in Krakau, dann bei dem Zuckerfabrikanten Meyer Bersohn in Warschau; dort seit 1840 Prediger der Deutschen Synagoge in der Danilowiczowska-Straße. 1841 Heirat mit der Kaufmannstochter Pauline Sternfeld (st. 1846); 1843 erstmalige Feier der Konfirmation. 1851 stellt ihn seine „Deutsch-israelitische Gemeinde“ fest an. In zweiter Ehe heiratet er 1853 seine Kusine Henriette Benas (1825-1920). 1856 Rb. und Religionsschulleiter in Leipzig, Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1859, S. 330, Nr. 531). Teilnehmer der liberalen Kasseler Rb.-Versammlung, 1887 in den Ruhestand. Henriette Goldschmidt war seit der Ankunft in Leipzig als Frauenrechtlerin aktiv, gründete 1858 den „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ und 1911 die erste Frauenhochschule in Deutschland.

HERXHEIMER, Salomon, Dr.,

Geb. 6. Feb. 1801 in Dotzheim bei Wiesbaden,
Gest. 25. Dez. 1884 in Bernburg a. d. Saale
Sohn des Handelsmanns Isaac-Seligmann aus Herxheim am Berg im Ftm. Leiningen und der Zerline Meyer aus Dotzheim, Besuch einer Talmud-Tora in Wiesbaden, mit 13 J. zu Herz Scheuers Jeschiwa in Mainz, zugleich dt. und frz. Privatstudien sowie Besuch von M. Creizenachs Schule, 1818 Hauslehrer bei Meier Boppard in Herborn, nimmt neben den tägl. acht Stunden Unterricht Privatstunden bei Lehrern des evang.-theol. Seminars und macht durch Reden bei Synagogeneinweihungen in Westerburg (1823) und Wiesbaden (1826) auf sich aufmerksam. 15. Mai 1824 imm. Marburg als erster dortiger Student der mosaischen Theologie, auch Studium am evang.-theol. Seminar, Mai 1826 nach Göttingen als Stipendiat der nassauischen Landesregierung, dort vor allem Orientalistikstudien, 29. Nov. 1826 erneute Imm. in Marburg; 8. Mai 1827 Erste Staatsprüfung an der Univ. Marburg und bei Rb. Gosen mit der Note 2, zum jüd. Neujahr 1827 Religionslehrer und Prediger in Eschwege, Kurhessen, 26. Juli 1829 2. Staatsprüfung vor Rb. Israel-Bär Levita in Rotenburg/Fulda wiederum mit Note 2; Ordination u. a. von Sabel Egers in Braunschweig, Dez. 1829 aussichtsreicher Bewerber um ein neu zu gründendes Landesrt. für das Hzm. Nassau mit Sitz in Wiesbaden. 2. Feb. 1830 Kreisrb. in Eschwege. H. wird zwar am 7. Juni 1830 von der nassauischen Regierung für die Stelle des Landesrb. bestimmt, die Gemeinden lehnen die Schaffung des Oberrts. jedoch ab und das Gehalt als Bezirksrb. erscheint H. zu gering. 16. Nov. 1830 prom. Gießen; Bewerber in Hildesheim. 26. März 1831 Landesrb. für Anhalt-Bernburg mit Sitz in Bernburg/Saale, Zuständigkeit für die Landgemeinden Ballenstedt, Coswig, Hoym, Harzgerode und Gr.-Mühlingen; 5. Sept. 1832 Heirat mit Helene-Lea Sieskind (st. 1864) aus Ballenstedt, einer Nichte von Rb. Sabel Egers. Reformnah: 9. Okt. 1832 erstmals Vornahme der Konfirmation in der Synagoge, Mitglied in Geigers „Verein jüd. Gelehrter“, Teilnehmer der 1.-3. Rb.-Versammlung sowie der Kasseler Synode. Er war 1842 nach Zach. Frankel aussichtsreichster Kandidat für das Berliner Rt.; Berufungen nach Breslau (1838) und wiederum Wiesbaden (1844) lehnt er ab; Verhandlungen in Dessau (Mai 1846) führen zu keinem Ergebnis. Zu seinem Jubiläum 1877 begründet der Bankier Nachod mit 6000 Mark Kapital die „Herxheimer-Stiftung zur Unterstützung von Wittwen und Waisen verstorbener Rabbiner“. 1. Sept. 1879 Pensionierung. H.s Nachkommen lebten in Wiesbaden bis zu den NS-Deportationen.

JAFFÉ, Hirsch, Dr.,

Geb. 6. April 1818 in Trzcianka (Schönlanke), Prov. Posen,
Gest. 18. Mai 1898 in Mysłowice (Myslowitz), Oberschlesien
Sohn des Rb. Jacob J. und der Jette Landau, aufgewachsen in Rawicz, Prov. Posen, Besuch des Gymnasiums in Glogau, dann zu seinem Vater nach Frankfurt/Oder. 8. Mai 1844 imm. Berlin, 3. Mai 1850 prom. Jena; danach wieder in Trzcianka; März 1852 Rb. in Mysłowice, zum 1. Jan. 1895 in den Ruhestand.

KLEIN, Jakob,

Geb. in Gliwice (Gleiwitz), Oberschlesien,
Gest. 8. Mai 1810 in Slavkov (Austerlitz), Mähren
Sohn des Rb. Salomon Efrati, „wohl sefardischer Abstammung“ (Flesch). Talmudstudium bei dem Privatgelehrten Moses Zwi Halevi in Slavkov, dem er 1754 nach Bzenec (Bisenz) folgt. 1756 Heirat mit dessen Tochter Gitl und Rückkehr nach Slavkov, wird dort durch den Brand vom 14. April 1762 ruiniert; 1763 Vorsteher der Gemeinde, 1767 flüchtet er vor seinen Gläubigern an einen unbekannten Ort. April 1776 Rb. in Zemun (Zimony, Semlin), Woiwodina, April 1786 tritt er aus dem Amt und läßt in Brünn sein Buch drucken. Nov. 1788 Rb. in Slavkov. Seine zweite Frau Tölzl-Cäcilie heiratet 1815 den Rb. Jakob Hirsch Feilbogen in Ostroh (Ungarisch- Ostra).

METZ, Jekutiel-Kofmann,

Geb. vermutlich in Metz,
Gest. 8. Mai 1785 in Fürth
Sohn des Nachman, Schwager des Fürther Dajan Josef Heß, 1774 stellvertretender Rabbinatsbeisitzer im Fürther Bet-Din des Josef Steinhardt, seit 1776 eigentlicher Dajan.

REINGANUM, Isack,


Gest. 8. Mai 1803 in Mannheim
Sohn des Moses R., 1751 Klausrb. in Mannheim.

AUERBACH, Selig Sigmund, Dr.,

Geb. 20. Okt. 1906 in Hamburg,
Gest. 6. Mai 1997 in Rochester, NY/US.
Sohn des Kaufmanns Joseph A. (geb. 02.01.1872 in Fürth, Bayern, seit ca. 1896 in Hamburg ansässig) und der Rosa, geb. Cahn, Enkel von Sigmund Selig Aviëzri A., Bruder von Isaak und Moses A., Neffe des Rb. Dr. Benedikt Wolf. 1913- 1922 Talmud-Tora-Realschule in Hamburg, 28. März 1925 Abgangszeugnis der Oberrealschule vor dem Holstentor (später: Albrecht-Thaer-Oberrealschule) in Hamburg, Sommersemester 1925 Univ. Marburg, Talmudstudien bei Rb. Dr. Naftali Cohen, Herbst 1925 nach Berlin, RS und Univ., Okt. 1927 Religionslehrer an der Religionsschule des Hansaviertels, ab 1929 außerdem Religionslehrer am Sophiengymnasium, 1926-1928 Hilfsprediger zu den Hohen Feiertagen in Krojanke (Krajenka), Westpreußen, 1929 Hilfsprediger der Jüdischen Gemeinde zu Berlin; seit 1928 Referent im sozialen Ausschuß des ADR; Okt. 1930 bis Sept. 1934 Rabbinatsassessor und Religionslehrer in Würzburg, ab 1933 auch Dozent an der ILBA; 1930-1931 imm. an der Univ. Würzburg, Promotion 8. Mai 1933 ebd., 1932/33 von Würzburg aus Rabbinerexamen am RS Berlin. 1934-1938 Rb. des Vereins zur Wahrung des überlieferten Judentums in der Provinz Westfalen mit Sitz in Recklinghausen, Bezirksrabbiner und Leiter der jüdischen Schule in Recklinghausen. Die 1934 gegründete, 1941 verwüstete und am 19. Juni 1996 als Begegnungszentrum wiedereingeweihte jüdische Schule in Recklinghausen trägt heute seinen Namen. Heiratete am 9. Dez. 1934 die Kaufmannstochter Hilda Fromm, eine Absolventin der ILBA (gest. 4. Jan. 2000); drei Töchter, von denen die beiden jüngeren in den USA geboren wurden. Mitglied des ADR (seit 1935, mit der Begründung, sein Großvater habe den Verband mitbegründet), Mitglied der Vereinigung traditionell-gesetztestreuer Rabbiner Deutschlands und des Rheinisch-Westfälischen Rabbinerverbandes. Mitglied im Bund jüdischer Akademiker und der Bnei Brith-Loge. 1936 Bewerber in Altona, 1938 verhaftet, 1939 Emigration über Holland nach England, 1939/40 Rb. in Northampton, Studium am City of London College und am Jews’ College in London, danach (1941?) Ausreise in die USA. 1940/41?-1942 Rb. in Rome, GA, 1942 zweiter Direktor des Büros für Jüdische Erziehung in Cincinnati, OH, und Rb. der “New Hope Congregation“; anschließend Rb. in Petoskey, MI. 1944 Rb. der “Congregation Mount Sinai“ in Port Huron, MI. 1945 Freiwilliger in der Funktion eines Kaplans der US Air Force in El Paso, TX; nach Kriegsende Rb. in St. Joseph, MO, 1949-1952 Rabbiner der Gemeinde “Bne Jitzchak“ in Aberdeen, SD, und Militärrb. der Luftwaffenbasis Rapid City im Staat NY. 1952-1956 Rb. in Superior, WI; auch als Rb. in verschiedenen Gefängnissen tätig. 1956 Rb. in Alexandria, VA; 1958 Rb. in Torrington, CT; 1960 Rb. in Lake Placid, NY; Mitglied des Religionskomitees für die Winterolympiade, Ehrendoktor der Univ., Chaplain der US Airforce. Mitglied (auch Vorstand) in The Rabbinical Assembly – The Worldwide Association of Conservative/Masorti Rabbis, der Association of Mental Health and Hospital Chaplains, der Association of American Federation of Police, dem Lions Club, dem Rotary Club und The Jewish Right. 1985 in den Ruhestand. Übersiedlung nach Rochester, NY, wo zwei der Töchter leben. 1988 und 1993 Besuch in Deutschland (Hamburg, Würzburg, Recklinghausen), zus. mit seiner Frau Hilda.

GELLES, Siegfried, Dr.,

Geb. 30. Dez. 1884 in Krotoschin (Krotoszyn), Posen,
Gest. 3. Sept. 1947 in London.
1905-1913 JTS Breslau; Univ. Breslau, 1908 Promotion in Erlangen. Um 1911/12 Lehrer an der I. Religionsschule in Breslau, 1913-1921 Rb. und Religionslehrer an höheren Schulen in Lissa (Leszno), Posen; 1921-1938 konservativer Rb. und Religionslehrer an höheren Schulen in Mönchen-Gladbach, ab 1933 unbesoldet; noch 1935 bescheinigte ihm der Direktor des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums M.-Gladbach, Wilhelm Giesing, „daß er seine Aufgabe als Erzieher und Lehrer der jüdischen Schüler (...) mit Eifer, Umsicht, Geschick und gutem Erfolge durchführt“ (Erckens, S. 480). Mitglied im ADR, seit 1930 Vorsitzender im Rheinisch-Westfälischen Rabbinerverband, Mitbegründer des Keren Hayesod in Mönchengladbach, Mitglied der Walter Rathenau-Loge ebd. Beging am 8. Mai 1937 sein 25jähriges Amtsjubiläum. 1939 Emigration nach England. Unterstützung durch Verwandte und den Chief Rabbi’s Emergency Fund. Geschäftsführer der British Rabbis Association. Im 2. Weltkrieg einige Monate Internierung auf der Isle of Man. Verheiratet mit Lydia Guttmann (1890-1969), Vater von Rb. Benjamin G. (Manchester), geb. 1916; Großvater des Theologen David Gelles, geb. 1955.